Regierungsrat

6,2 Millionen für Generalinventur im Historischen Museum Basel

Die Basler Regierung beantragt dem Grossen Rat eine Summe von 6,2 Millionen Franken für eine Generalinventur der Sammlung im Historischen Museum Basel. Eine Betriebsanalyse hatte vor einem Jahr in diesem Bereich grosse Mängel aufgezeigt.

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Das Historische Museum und das dafür zuständige Präsidialdepartement sind in den vergangenen Monaten politisch arg unter Beschuss geraten.

Das Historische Museum und das dafür zuständige Präsidialdepartement sind in den vergangenen Monaten politisch arg unter Beschuss geraten.

Roland Schmid

Mit der Generalinventur sollen die rund 300'000 Sammlungsobjekte gesamthaft in der Datenbank des Museums erfasst werden, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Die beantragte befristete Erhöhung der Mittel solle dem Museum ermöglichen, «das komplexe Inventarisierungsprojekt» in den kommenden fünf Jahren anzupacken und umzusetzen.

Eine vom Basler Präsidialdepartement in Auftrag gegebene Betriebsanalyse hatte beim Unterhalt und der Inventarisierung der Sammlung des Historischen Museums grosse Defizite registriert. Der inzwischen freigestellte Museumsdirektor Marc Fehlmann hatte bei der Präsentation der Betriebsanalyse Anfang September 2019 gesagt, dass die Standorte von zwei Dritteln der Sammlungsobjekte oder -konvolute nicht bekannt seien.

Die Regierung hatte die Museumsdirektion im Nachgang der Betriebsanalyse damit beauftragt, einen Vorschlag zur Umsetzung einer Generalinventur mit einer Kostenschätzung vorzulegen. Der Umsetzungsvorschlag sieht nun neben einer neuen Zählung, der fotografischen Dokumentierung sowie einer elektronischen Etikettierung der Objekte eine Deklaration des jeweiligen Zustands vor.

Das Museum wurde zum Politikum

Das Historische Museum Basel und das dafür zuständige Präsidialdepartement sind in den vergangenen Monaten nicht zuletzt wegen den betrieblichen Defiziten politisch arg unter Beschuss geraten. Ein Spezialbericht der Geschäftsprüfungskommission hatte das Departement und dessen Vorsteherin Elisabeth Ackermann (Grüne) scharf kritisiert.

Neben der Art und Weise, wie sie die Freistellung des Museumsdirektors Marc Fehlmann vorgenommen und kommuniziert habe, war der Regierungspräsidentin auch vorgehalten worden, ungenügend auf die Mängel bei der Inventarisierung der Sammlung reagiert zu haben.

Die Generalinventur ist nur eines der grossen Projekte, die auf das Museum warten. Die Betriebsanalyse hatte auch grosse Mängel bei der Lagerung der nicht ausgestellten Sammlungsobjekte festgestellt. Sie seien heute auf acht, zum Teil ungenügend eingerichtete und geschützte Standorten verstreut, hiess es. Das Bau- und Verkehrsdepartement und Immobilien Basel-Stadt haben den Auftrag, die Errichtung eines neuen zentralen Sammlungsdepots zu prüfen.