Leihlager

Alles zum Ausleihen: Kanu, Bohrmaschine oder Rasenmäher?

In Basel soll es ein «Leihlager» geben. Dank Crowdfunding-Aktion kann der Verein Anfang 2020 starten.

Silvana Schreier
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Felix Elbert, Meret Vischer, Noël Michel (v.l.).

Felix Elbert, Meret Vischer, Noël Michel (v.l.).

Zur Verfügung gestellt

Ein Zelt für den Camping-Ausflug mit Freunden, eine Schleifmaschine für das neuste Bastelprojekt oder eine Popcorn-Maschine für die Geburtstagsparty. Künftig vermietet das Pilotprojekt «Leihlager» genau solche Objekte an ihre Kundschaft. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Meret Vischer, Felix Elbert und Noël Michel.

Seit einem Jahr arbeitet das Dreierteam ehrenamtlich an der Idee. Jeder hatte dafür seine eigene Motivation: Felix Elbert mache es Spass, verschiedenste Werkzeuge auszuprobieren; Noël Michel habe zu Hause unzählige Gegenstände, die er im Leihlager anbieten wolle; und Meret Vischer lernte das Konzept bei einem Aufenthalt in Kanada kennen. «Kurz gesagt: Wir finden Teilen einfach toll», sagt Vischer.

Im April startete das Team eine Online-Umfrage. Ziel war es, herauszufinden welche Objekte am gefragtesten sind. Das Resultat: Werkzeuge und Gartengeräte landeten auf dem ersten Platz. Weiter waren Küchenutensilien, Reinigungsgeräte sowie Camping- und Reisematerial sehr beliebt. «Als Eyecatcher wollen wir aber auch Dinge im Lager, die einfach Spass machen», so Vischer. Wie eben eine Popcorn-Maschine oder Dekorationsgegenstände für Partys.

Online 15'000 Franken gesammelt für den Start

Um das Pilotprojekt nach dem Vorbild der bereits existierenden Läden in Bern und Genf im ersten Jahr finanzieren zu können, lancierten sie vor einigen Wochen eine Crowdfunding-Aktion. 15'000 Franken sollten so gesammelt werden. Dieses Ziel wurde am vergangenen Mittwochabend erreicht, sechs Tage vor dem Ende der Aktion. «Damit zahlen wir ein Jahr Miete für unser Lokal, schaffen Regale an und stellen den Online-Katalog zusammen», sagt Vischer.

Die Objekte im Leihlager wollen sich die BetreiberInnen auf drei Wegen anschaffen: Ein Teil der Geräte wird gespendet, weitere Objekte kaufen sie secondhand und zuletzt setzen sie auf Firmen, die ihnen ihre Ausstellungsobjekte zu Verfügung stellen. Vischer: «Ein gutes Zielpublikum werden sicher junge Baslerinnen und Basler sein, die sich mit ‹Sharing Communities› identifizieren.» Sie spricht Plattformen wie Pumpipumpe oder Mobility an. Weiter passe das Leihlager in die trendigen Themen Nachhaltigkeit und Minimalismus.

Anfang 2020 soll das Leihlager an zentraler Lage in der Basler Innenstadt eröffnen. Noch bis zum Montag läuft die Crowdfunding-Aktion. Das Projektteam hofft auf weitere Unterstützung. «Vielleicht reicht es sogar aus, um uns ein Lastenrad zu kaufen, um Objekte liefern zu können», meint Vischer.

Hinweis
Wer Gegenstände spenden oder sich freiwillig engagieren möchte, findet weitere Informationen unter www.leihlager.ch.