Basel macht die Greta: Top-Sujet der Fasnacht 2020 wird das Klima

Spitzenreiter bei den Sujets an der diesjährigen Basler Fasnacht wird mit grossem Abstand der Klimawandel und die Debatte rund um Greta Thunberg sein. Und die Chaisen werden besser vor Unfällen gesichert.

Andreas Schwald
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Ein bisschen Apokalypse gehört dazu: Das Klima ist mit Abstand Spitzenreiter der Sujets an der Basler Fasnacht 2020.

Ein bisschen Apokalypse gehört dazu: Das Klima ist mit Abstand Spitzenreiter der Sujets an der Basler Fasnacht 2020.

Nicole Nars-Zimmer (niz)

«Das wird eine grüne Fasnacht», sagte Pia Inderbitzin am Freitag an der Medienkonferenz des Fasnachts-Comités zu den Sujets und dem Ablauf der Basler Fasnacht. Diese wird vom Montag, 2. März, bis und mit Mittwoch, 4. März, stattfinden. Das Top-Sujet bei den bereits identifizierbaren Nennungen im Fasnachtsführer «Rädäbäng» des Comités wird demnach das Klima sein: Der Klimawandel und Greta Thunberg als Exponentin. Ebenfalls dominierende Themen bei 69 Formationen sind Streiks, Abfall oder Veganismus. «Zählt man die Sujets dazu, die sich mit E-Mobilität auseinandersetzen, sind es sogar noch mehr», so Inderbitzin.

Von den 464 beim Comité angemeldeten Gruppen waren gut 100 thematisch identifizierbar. Das ist zu diesem Zeitpunkt normal: Viele Fasnachtsgruppierungen wollen bis zur eigentlichen Fasnacht den Inhalt oder selbst das grobe Thema ihrer karnevalistischen Umsetzung nämlich nicht preisgeben. Weitere grosse Themen der diesjährigen Basler Fasnacht werden das Eidgenössische Jodlerfest (15 Nennungen) sein. Dieses findet im kommenden Sommer in Basel statt. Auf je 13 Nennungen kommen die Digitalisierung, 5G und die Robotik. Dazu erwartet die Basler ein bunter Strauss von lokalpolitischen Themen wie die Falschabbieger der Patrouille Suisse, das Ende der Telefonkabinen am Barfüsserplatz, der Brand in der Rheingasse und natürlich Verkehrsthemen. Das 1000-Jahre-Jubiläum des Basler Münsters findet sich ebenfalls unter «ferner liefen».

Mehr Sicherheit für Chaisen wegen Baustellen

An den Cortèges vom Montag und Mittwoch ändert sich im Gegensatz zur Sujetwahl wenig. Im Vordergrund steht dieses Jahr die weitere Sicherung der Chaisen-Routen wegen der Baustellen in der Innenstadt. Nachdem es vergangenes Jahr zu zwei Ausrutschern auf Stahlbodenplatten gekommen war, wird der Steinenberg für Ross, Reiter und Kutsche gesperrt. Dasselbe gilt für die erste elektronisch betriebene Chaise, die als Pilotprojekt an der Fasnacht teilnimmt; dies nach Protesten von Tierschützern gegen den Einsatz von Pferden. Die E-Chaise wird von der Polizei beobachtet, der Pilot nach der Fasnacht evaluiert.

Ebenfalls baustellenbedingt wird ein kurzer Abschnitt beim Kunstmuseum angepasst. Die Route führt dabei durch die Aeschenvorstadt. Das Routenprovisorium sollte nach Fertigstellung der Tiefbauarbeiten beendet sein. Neu wird dieses Jahr auch eine Einfädler-Patrouille unterwegs sein. Diese überprüft die Umzugsrouten auf Schwachstellen und neuralgische Punkte, die zu Staus und Verzögerungen führen. Für die teilnehmenden Gruppierung hat dies allerdings kaum Auswirkungen.

Bängg auf dem Rhystärn und ein Bier mit Mimosen-Gout

Ebenfalls vor Ort waren die Obleute der Basler Schnitzelbangg-Gesellschaften. Hierbei gibt es ein paar Neuerungen: So wird zum ersten Mal der Rhystärn, das neue Flaggschiff der Basler Personenschifffahrt, von Schnitzelbank-Formationen besucht. Das Schiff ankert an der Schifflände und fungiert während der Fasnacht als Lokal. Speziell wird die Fasnacht für die Basler Schnitzelbangg-Gesellschaft (BSG): Dieses feiert das 100-Jahre-Jubiläum. Wie Obmann Daniel Flury sagte, gibt es dazu nicht nur spezielle Auftritte, sondern auch ein Jubiläums-Bier, das «Bänggler-Eel» vom Ueli Bier, das leicht nach Mimosen und Orangen schmecke.

Die Wagen- und Requisitenausstellung, die vom Montag bis Dienstag dauert, wird trotz Baustelle auf dem Kasernenareal durchgeführt. Die Laternen-Ausstellung auf dem Münsterplatz bleibt, wie sie ist. Hier gibt es am Verkaufsstand der Comité-Insel übrigens auch die an Beliebtheit gewinnenden Kinder-Badges der Polizei: Damit können Kinder, die in der Druggedde an der Fasnacht verloren gehen, schnell zu ihren Begleitpersonen zurückgebracht werden. Schliesslich informierten auch die Verantwortlichen der Guggenmusiken über ihre Konzerte vom Dienstagabend: Neu werden an den Standorten am Münsterplatz und am Barfüsserplatz direkt Gehörschütze verteilt. Der Sternmarsch der Formationen findet wie gewohnt am Fasnachtsdienstagabend um 18.30 Uhr statt, Abmarsch ist bei der Messe.