Abstimmung

Basel-Stadt führt als erster Kanton Geschlechterquote für Verwaltungsräte ein

Im Kanton Basel-Stadt sind alle Stimmen ausgezählt. Der Stadt-Kanton sagt mit 61 Prozent deutlich Nein zur Masseneinwanderungsinitiative. Bei den Kantonalen Abstimmungen sagt Basel Ja zu einer Geschlechterquote in Verwaltungsräten.

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In den Verwaltungsräten staatsnaher Betriebe müssen mindestens ein Drittel Männer sowie ein Drittel Frauen sein. (Symbolbild)

In den Verwaltungsräten staatsnaher Betriebe müssen mindestens ein Drittel Männer sowie ein Drittel Frauen sein. (Symbolbild)

Keystone

In Basel-Stadt sind alle Stimmen ausgezählt. Da üblicherweise im Stadtkanton über 95 Prozent der Stimmen einem Briefkasten und nicht einer Urne anvertraut werden, war das ungefähre Ergebnis schon länger bekannt.

Bei den Eidgenössischen Vorlagen sagen die brieflich Stimmenden mit 61 Prozent deutlich Nein zur Masseneinwanderungsinitiative der SVP.

Reaktionen auf FABI-Ja

Auch Basels Verkehrsdirektor Hanspeter Wessels ist angesichts der FABI-Annahme gutgelaunt: «Ein leistungsfähiger Bahnverkehr ist für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Umwelt in unserer Region von zentraler Bedeutung und entlastet unsere Strassen.»

Die Handelskammer beider Basel freut sich, dass dank FABI nun «sowohl Pendler wie auch der Güter rechtzeitig an ihren Bestimmungsort gelangen». Das regionale Ja-Komitee zeigt sich begeistert vor allem über 72 Prozent Zustimmung in Basel-Stadt: «Menschen, Umwelt und Wirtschaft werden
gerade in der Region Basel davon profitieren.» (bob)

Das klarste Verdikt zeigt sich bei der Abtreibungsfinanzierung: Die Basler Bevölkerung sagt mit 75,43 Prozent Nein zu der Streichung der Kosten einer Abtreibung aus der obligatorischen Grundversicherung.

Bei den kantonalen Vorlagen sind die Resultate ähnlich deutlich. So wollen 57,34 Prozent der brieflich Stimmenden eine Geschlechterquote in den Verwaltungsräten von staatsnahen Betrieben. Damit müssen künftig in den Verwaltungsräten der baselstädtischen Spitäler und im Bankrat der Basler Kantonalbank je mindestens ein Drittel Frauen und Männer sitzen. Basel-Stadt ist der erste Kanton, der eine solche Quotenregelung für seine Aufsichtsgremien und -delegationen einführt. Bislang gibt es erst in den Deutschschweizer Städten Zürich, Bern und Schaffhausen ähnliche Vorhaben.

Regierungsrat Guy Morin gratuliert Leila Straumann, Leiterin des Basler Gleichstellungsbüros. «Glaubsch es nonig, gäll?», fragt er. Und sie schweigt selig. Er packt sie und sagt glücklich: «S'isch guet!!!» Jetzt strahlt sie. Er ist Guy Morin und als Vorsteher des Präsidialdepartements ihr Chef. Sie ist Leila Straumann, Beauftragte für Gleichstellung von Frauen und Männern, und überrascht: 57,3 Prozent der Stimmenden haben Ja zu dem gesagt, wofür Straumann und Linke gekämpft hatten.

Regierungsrat Guy Morin gratuliert Leila Straumann, Leiterin des Basler Gleichstellungsbüros. «Glaubsch es nonig, gäll?», fragt er. Und sie schweigt selig. Er packt sie und sagt glücklich: «S'isch guet!!!» Jetzt strahlt sie. Er ist Guy Morin und als Vorsteher des Präsidialdepartements ihr Chef. Sie ist Leila Straumann, Beauftragte für Gleichstellung von Frauen und Männern, und überrascht: 57,3 Prozent der Stimmenden haben Ja zu dem gesagt, wofür Straumann und Linke gekämpft hatten.

Kenneth Nars

Regierungsrat und Vorsteher des Präsidialdepartements Guy Morin freut sich besonders über das Ja zur Geschlechterquote: «Der Staat geht mit gutem Beispiel voran.» Genau vor dieser Vorbildfunktion hatten die Gegner Angst. Sie befürchteten, dass diese Quotenregelung in die Privatwirtschaft überschwappen könnte. Doch Morin relativiert: «Ich bin gegen eine staatliche Quote für die Privatwirtschaft.»

63,91 Prozent sagen Ja dazu, dass Auslandschweizerinnen und -schweizer neben dem Nationalrat auch den Ständerat wählen können.

Eine Formsache ist die dritte kantonale Vorlage: Die Anpassung der Vorschriften zur Stimmberechtigung an das Erwachsenenschutzrecht des Bundes wird von 83,69 Prozent angenommen. (zam/rut/sda)