Corona-Virus

Baselworld findet dieses Jahr nicht statt – Messe auf 2021 verschoben

Nachdem der Bundesrat Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen verboten hat, teilt die MCH Group mit, dass die Baselworld um ein Jahr verschoben wird.

Andreas Schwald
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Die Baselworld findet dieses Jahr nicht statt.

Die Baselworld findet dieses Jahr nicht statt.

GEORGIOS KEFALAS

Die Unglückssträhne der Baselworld hält an. Wegen des Corona-Virus wird die gesamte Ausgabe 2020 abgeblasen. «Die MCH Group hat aufgrund der bundesrätlichen Verordnung und zur Sicherheit der Gesundheit der involvierten Menschen entschieden, die Durchführung der Weltmesse für Uhren und Schmuck Baselworld 2020 auf den 28. Januar bis 2. Februar 2021 zu verschieben», teilte der Basler Messekonzern noch am Freitagnachmittag mit – kurz nachdem von der Regierung die Basler Fasnacht abgesagt wurde.

Für die Messe ist das ein schwerer Schlag. Die Baselworld ist nach wie vor eine der wertvollsten Messen im Portfolio. Die einstige Cash-Cow des Konzerns musste in den vergangenen Jahren einiges einstecken: Erst reihenweise Absagen von Teilnehmern, massiver Gewinneinbruch, eine Phase der Neukonzipierung und nun muss ausgerechnet die diesjährige, neu gestaltete Ausgabe wegen der Sicherheitsvorkehrungen des Bundes über die Klinge springen.

Von einer Verschiebung betroffen sind auch weitere Messen, so etwa die Gartenmesse Giardina in Zürich und die Habitat-Jardin in Lausanne. Beide Messen waren auf März 2020 angesetzt. Man sei dabei, neue Termine zu suchen, teilte die MCH Group mit.

Kritik von AMG-Lee: Kein Einblick in die Bücher

Am selben Tag publizierte das Unternehmen zudem die Antworten auf weitere kritische Fragen der Investorengruppe AMG von Erhard Lee. Der Grossinvestor hatte an einer eigens einberufenen ausserordentlichen Generalversammlung Ende Januar erneut einen umfangreichen Fragekatalog zur strategischen Neuausrichtung des Unternehmens deponiert. Lee forderte insbesondere Angaben zu Investitionen und Abläufen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Firmen in Deutschland. Dies, weil die MCH Group angegeben hatte, einen Verkauf ihres Segments «Live Marketing Solutions» zu prüfen, um an Geld für nötige Investitionen zu kommen. Das Segment, das im Wesentlichen Live-Events organisiert, gilt als Perle im Portfolio der MCH Group. Ein Verkauf wird von einigen Investoren sogar als Ausverkauf der Heimat gewertet.

Der Verwaltungsrat der MCH Group hält sich in den Antworten aber weiterhin weitgehend bedeckt, dies mit Verweis auf Wahrung von Geschäftsgeheimnissen. Immerhin geht aus den Antworten hervor, dass sich der Kaufpreis für die Firma Metron im «mittleren sechsstelligen Bereich» bewegte. Mittlerweile ist die Firma wieder verkauft. Auf Lees Frage, wie hoch der Verlust sei, antwortet der Verwaltungsrat, dass «das Ergebnis des Gesamtengagements» erst beziffert werden könne, wenn der Verkauf komplett abgewickelt sei.

Die Hallenfrage beschäftigt weiterhin

Interessiert war der Grossinvestor aber nicht nur am internationalen, sondern auch am lokalen Geschäft mit den Hallen. So stellt sich in den Antworten auf die Fragen heraus, dass die Messehalle 3 trotz Verkaufs an die Stadt Basel bis 2025 weiter betrieben wird, weil dieser Kompromiss den Beteiligten entgegenkam. Die MCH Group muss nicht nur Veranstaltungsverträge erfüllen, sondern auch einen Ersatz für die dortige Grossküche ihrer Cateringfirma Wassermann finden. Der Kanton Basel-Stadt wiederum handelte sich damit mehr Zeit aus, um die Weiterverwendung des Areals zu entwickeln.