Bildung

Basler Lehrer brauchen mehr Zeit für Ferien

13 Wochen unterrichtsfreie Zeit reichen den Basler Lehrern nicht, um ihre fünf Wochen Ferien zu beziehen. Deshalb verlängert die Regierung die Weihnachtspause.

Samuel Hufschmid
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Zeit zum Ausspannen: Die Basler Regierung will die Schulferien über Weihnachten auf zwei Wochen verlängern.

Zeit zum Ausspannen: Die Basler Regierung will die Schulferien über Weihnachten auf zwei Wochen verlängern.

Getty Images/iStockphoto

Sechs Wochen Sommerferien, zwei im Herbst, dazu je mindestens eine Woche Fasnachts-, Frühjahrs- und Weihnachtsferien: Man könnte meinen, dass es für Lehrerinnen und Lehrer kein Problem sein sollte, in diesen 13 schulfreien Wochen fünf Wochen Ferien zu machen. Doch dem ist nicht so. «Die Lehrpersonen sind in der unterrichtsfreien Zeit stark ausgelastet, durch Korrigieren, Vorbereiten, Weiterbildung, Schulentwicklung und durchs Kompensieren von Überzeit, die während der Unterrichtszeit anfällt», sagt Gabriela Hintermann, Präsidentin der kantonalen Schulkonferenz.

Das ist nicht nur die Meinung der Lehrer-Vertreter, sondern gesetzlich so festgelegt. Denn aus diesem Grund sind die Lehrpersonen die einzigen Kantonsangestellten, die gemäss Ferienregelung weiterhin nur vier Ferienwochen pro Jahr beziehen dürfen. Ihre fünfte Ferienwoche, die seit 2009 allen Kantonsangestellten zusteht, wird nämlich einem virtuellen Ferien-Konto gutgeschrieben. Erst wenn dieses sieben Wochen umfasst, dürfen die Lehrer diese Ferien am Stück einlösen.

Regierung streicht Ferienkonti

Mittlerweile sind die ersten Lehrer mit 100-Prozent-Pensum so weit, dass ihr virtuelles Ferienkonto sieben Wochen aufweist und sie diese zusätzlichen Ferien einziehen könnten. In den kommenden Jahren wird die Anzahl Langzeit-Ferien-Bezüger weiter ansteigen, weil auch die Teilzeit-Angestellten die sieben Ferienwochen erreichen. Es würde zu zahlreichen Absenzen kommen, die allesamt durch Stellvertretungen ersetzt werden müssten – was gemäss Hintermann aus betrieblicher Sicht zu grossen Problemen führen würde. «Zu viele Stellvertretungen sind schlecht für den Schulalltag», sagt die Lehrerin.

Doch nun scheint die Regierung das Problem zu umschiffen, denn die Langzeit-Ferien dürften gestrichen werden, ehe sie eingezogen werden konnten. Wie die Regierung am Dienstag bekannt gab, werden die virtuellen Ferienkonti wieder abgeschafft und dafür die Weihnachtsferien auf zwei Wochen verlängert. Die Zustimmung des Grossen Rats vorausgesetzt, würde die unterrichtsfreie Zeit ab nächstem Schuljahr damit 14 Wochen betragen – was es den Lehrern erlauben würde, die ihnen zustehende fünfte Ferienwoche während den Schulferien zu beziehen. «Durchschnittlich kommen 2,86 Ferientage dazu, das hängt ganz davon ab, wie die Feiertage liegen. In gewissen Jahren hatten wir jetzt schon zwei Ferienwochen, in anderen lediglich neun oder zehn Tage», sagt Ulrich Maier, Leiter Mittelschulen beim Erziehungsdepartement.

Dass die kantonale Schulkonferenz mit dem Vorschlag der Regierung einverstanden ist, liege aber nicht an der Ferienregelung, sondern am Gesamtpaket, sagt Hintermann. Dieses sehe nämlich erstmals eine seit langer Zeit geforderte Entlastung der Klassenlehrer vor. «Durch die Verlängerung der Weihnachtsferien und weil die Lehrpersonen nicht unter dem Jahr «individuell» Ferien beziehen können, es dafür also keine Stellvertretungen braucht, kann Geld eingespart werden. Damit können wir die Entlastung der Klassenleitungsfunktion ohne Zusatzkosten finanzieren.»

Weniger isolierte Freitage

Mit der zusätzlichen Ferienwoche über Weihnachten soll gemäss Regierungsvorschlag noch ein weiteres Problem behoben werden – jenes der isolierten Freitage. Bis jetzt konnten die Schulen den Unterricht an einzelnen Tagen ausfallen lassen, um interne Fortbildungen oder den Kollegiumstag durchzuführen. Diese Option wird mit der Neuregelung des Schulgesetzes gestrichen, die Veranstaltungen müssen künftig allesamt während der unterrichtsfreien Zeit abgehalten werden. «Damit reagieren wir auf einen allgemeinen Elternwunsch, dass es weniger unterrichtsfreie Tage ausserhalb der Schulferien gibt», sagt Maier.