Erwischt

Basler Schüler müssen wegen Betrugsversuch wiederholen

Zwölf Schüler der Basler Wirtschaftsmittelschule haben sich Antworten zu Prüfungen erschlichen – dann unterlief ihnen ein dummer Fehler.

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Die Schüler hackten sich in die virtuellen E-Mail-Postfächer ihrer Lehrer. (Symbolbild)

Die Schüler hackten sich in die virtuellen E-Mail-Postfächer ihrer Lehrer. (Symbolbild)

Keystone

Dumm gelaufen. Sie wollten klüger sein als alle anderen, sie wollten sicher sein, dass sie das Jahr mit guten Noten bestehen, sie wollten das Zeugnis um jeden Preis in den Händen halten – und nun müssen sie wieder von vorne beginnen.

Zwölf Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsmittelschule (WMS) hackten sich unbemerkt in die virtuellen E-Mail-Postfächer ihrer Lehrer. Sie beschatteten den Briefwechsel und erschlichen sich somit die Einsicht in die Prüfungsunterlagen, heisst es in einer Medienmitteilung des Basler Erziehungsdepartements (ED) vom Montag. Der Betrug fiel keinem auf, bis die Prüfungsergebnisse auf dem Tisch lagen.

Einerseits wurden die Lehrkräfte stutzig, da die Prüfungsresultate deutlich besser ausfielen als die Vornoten. Andererseits wählten die Schüler auch bei offen formulierten Fragen Lösungswege, die identisch mit den Musterlösungen waren. Diesen Fehler machen sie wohl nur einmal in ihrer Schulkarriere.

Alle müssen repetieren

Das ED teilt mit, dass das Rektorat der Schule bereits abklären konnte, dass die Lehrkräfte im Vorfeld ausspioniert wurden. Wie sich die zwölf Schüler Zugriff zu den E-Mail-Konten beschaffen konnten, ist noch unklar. Das ED gibt dazu im Moment keine weiteren Auskünfte, da die Abklärungen noch im Gang seien.

Was allerdings klar ist, sind die Konsequenzen für die Schüler. Die zwölf wurden von den diesjährigen Abschlussprüfungen ausgeschlossen. Sie müssen das Jahr wiederholen und im nächsten Sommer noch einmal antreten. Der Leiter der Mittelschule und der Berufsbildung Ulrich Maier wird laut ED nun alle weiteren rechtlichen Schritte prüfen. Die Schüler müssen wahrscheinlich keine weiteren Folgen erwarten: «Die vollständigen Geständnisse aller Beteiligten lassen uns hoffen», wird Maier zitiert, «dass die Schülerinnen und Schüler ihre Lektion gelernt haben.» (ema)