Regierungspräsidium Basel-Stadt
Beat Jans über die neue Regierung: «Wenn wir uns gegenseitig helfen, wird das gut gehen»

Beat Jans (SP) wird deutlich zum neuen Basler Regierungspräsidenten gewählt. Im Interview spricht er über seine neue Herausforderung.

Leif Simonsen
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Beat Jans wird künftiger Basler Regierungspräsident.

Beat Jans wird künftiger Basler Regierungspräsident.

Roland Schmid

Herr Jans, nach der Ankündigung von Elisabeth Ackermann, nicht mehr anzutreten, war es ja ein Knorz bei Rot-grün. Sind Sie überrascht, im 2. Wahlgang so klar als Regierungspräsident gewählt zu werden?

Jans: Als ich bei den ersten Zwischenresultaten gesehen habe, dass Stephanie Eymann ein sehr gutes Resultat gemacht hat bei den Regierungswahlen, dachte ich schon, sie marschiert auch ins Präsidium durch. Insofern ist es eine positive Überraschung. Ich dachte immer, Esther Keller von der GLP und ich nehmen uns gegenseitig Stimmen weg.

Sie sagen es: Stephanie Eymann von der LDP hat ja die Wahl in die Regierung glanzvoll geschafft, war aber bei der Präsidiumswahl gegen Sie chancenlos. Wie erklären Sie sich das?

Ich denke, dass der Bekanntheitsgrad von mir als Nationalrat ins Gewicht gefallen ist. Aber darüber mache ich mir keine Gedanken, sondern geniesse erst einmal, bin dankbar, dass das Basler Volk mich gewählt hat. Mich, der in einem Block am Stadtrand aufgewachsen ist und nun zum Regierungspräsidenten gewählt wird. Ja, das rührt mich (Stimme wird etwas zittrig, d.Red.).

Wie gross ist bei aller Feierlaune der Frust drüber, dass Sie die rot-grüne Mehrheit verloren haben?

Es ist eine neue Situation, indem wir mit Esther Keller von der GLP eine neue Mittepartei in der Regierung haben. Aber ich bin überzeugt, dass wir als Team gut funktionieren werden. Ich kenne alle Gewählten gut und habe zu allen Vertrauen. Klar ist schade, dass Heidi Mück es nicht geschafft hat. Jemand wie sie hätte der Basler Regierung gutgetan. Aber es war klar, dass das Auswechseln der Kandidatin nach dem ersten Wahlgang ein sehr riskantes Unterfangen war.

Nehmen Sie es den Grünen übel?

Nein, es wäre wohl auch nicht anders rausgekommen, wenn Elisabeth Ackermann im zweiten Wahlgang nochmals angetreten wäre. Dass die Grünen darauf nicht vorbereitet waren, hat nicht geholfen. Wenn man früher gewusst hätte, worauf man sich einlässt, hätte man mehr Zeit gehabt, eine Person aufzubauen.

Haben Sie den Bündnispartner auf dieses Planungsmanko hingewiesen?

Ich selbst war bei den Gesprächen nicht dabei. Aber es wurden schon ziemlich viele Telefone geführt, in dem es um dieses Thema ging. Wir hatten ja viele Hinweise, dass Ackermann abgewählt werden könnte.

Es sind vier neue Köpfe in der Regierung. Auch Sie sind neu in einem Exekutivamt. Wird das gut gehen?

Wenn wir uns gegenseitig helfen, wird das gut gehen, da bin ich zuversichtlich.

Rot-Grün büsst ein wichtiges Departement ein. Entweder das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) oder das Wirtschafts- Sozial- und Umweltdepartement (WSU). Hand aufs Herz: Auf welches würden Sie lieber verzichten?

Ich sprech jetzt für mich. Aber beim WSU ist das Soziale, das ist seit Jahrzehnten in sozialdemokratischer Hand. Es würde mir mehr weh machen, das zu verlieren als das Baudepartement. Im WSU hat der Regierungsrat viel Einfluss, etwa über die Sozialbeiträge, wo er mit den Entscheiden nicht mal in den Gesamtregierungsrat muss.

Sie haben heute Ihre amerikanische Ehefrau mit an den Wahlkampfanlass genommen. Wird sie ihr Amt in der Manier einer amerikanischen First Lady ausüben und dem Präsidialamt einen Hauch Glamour geben?

Sie kommt sehr gerne mit an Veranstaltungen und unterstützt mich. Meist, wenn es irgendeine Eröffnung ist, ist es ja nicht so politisch. Ich werde sie möglichst viel mitnehmen. Es ist immer super für mich, wenn sie dabei ist.