1. Quartal
Bilanz der Schweizerischen Rheinhäfen: Weniger Mineralöl – dafür mehr Container

Um acht Prozent weniger Umschlag verzeichnen die Schweizerischen Rheinhäfen im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr. Zurückgegangen sei vor allem der Transport von Mineralölprodukten. Dahingegen hat der Containerbereich zugelegt.

Mona Martin
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Zwar verminderte sich der Gesamtumschlag der Güter in den Schweizerischen Rheinhäfen, aber Container kamen und gingen mehr als noch letztes Jahr zu dieser Zeit.

Zwar verminderte sich der Gesamtumschlag der Güter in den Schweizerischen Rheinhäfen, aber Container kamen und gingen mehr als noch letztes Jahr zu dieser Zeit.

Archivbild: Gaetan Bally/Keystone

Nach dem ersten Quartal 2022 verzeichnen die Schweizerischen Rheinhäfen 1,2 Millionen Tonnen Güterumschlag. Das seien im Vergleich mit dem Vorjahr knapp 8 Prozent weniger (1,26 Millionen Tonnen).

Der Grund für den Rücklauf liege vor allem beim stark gesunkenen Import von Mineralölprodukten. Der Grund hierfür dürften die durch den Ukraine-Krieg stark gestiegenen Preise sein. Dies berichten die Schweizerischen Rheinhäfen am Montag in einer Mitteilung.

Im Auhafen Muttenz, wo vor allem Mineralöl und trockene Massengüter ankommen, sei der Umschlag gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres zwar um nahezu einen Viertel auf 325'000 Tonnen gesunken.

Coronabedingte Verspätungen

Die Entwicklung in den einzelnen Häfen sei aber unterschiedlich: So habe Kleinhüningen mit seinem Schwerpunkt Containerverkehr mit 377'000 Tonnen den Vorjahreswert um beinahe acht Prozent übertroffen.

Beim Hafen Birsfelden sei man dagegen mit 400'000 Tonnen gleich auf mit letztem Jahr. Diese Zunahme begründen die Schweizerischen Rheinhäfen mit dem «Nachholverkehr», also Ladungen, die durch Corona-Lockdowns nun verspätet in den Schweizer Häfen eintreffen.

Ebenfalls zugenommen habe der Transport von Leercontainern. Dieser diene dem Ausgleich der Depots und erfolge zwischen Binnen- und Seehäfen. Dass in Schweizer Häfen so viele leere Behälter verfrachtet werden, sei ein Zeichen, dass es an einer Balance fehle, so die Schweizerischen Rheinhäfen in ihrer Mitteilung.

Mehr landwirtschaftliche Produkte und Nachholbedarf beim Stahl

Mehr via Frachtschiffe transportiert worden seien im Vergleich zum Vorjahr auch landwirtschaftliche Erzeugnisse, und zwar 75 Prozent mehr. Diese Steigerung sei «auf die schlechte Ernte 2021 und die zu befürchtenden Versorgungsengpässen zurückzuführen». Zwar seien die Preise gestiegen, aber es wurde trotzdem viel importiert.

Anders sieht es im Bereich der Nahrungs- und Futtermittel aus. Da Importe vor allem aus Europa erfolgten und nicht mehr aus Übersee, habe sich der Transport auf Schiene und Strasse verlagert.

Hoch sei die Zufuhr im ersten Quartal wiederum bei Eisen und Stahl und stabil bei Steinen, Erden und Baustoffen. Hier bestehe ein Nachholbedarf wegen Lieferengpässen, so erklären sich die Schweizerischen Rheinhäfen diese Entwicklung.