BuchBasel 2020

«Bitterer Entscheid»: Basler Literaturfestival ist abgesagt

Wegen verschärfter Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie findet das internationale Festival BuchBasel dieses Jahr nicht statt.

Hannes Nüsseler
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«Wir haben lange versucht, an der Durchführung festzuhalten»: Katrin Eckert.

«Wir haben lange versucht, an der Durchführung festzuhalten»: Katrin Eckert.

Ben Koechlin

Auf der Zielgeraden hat es die BuchBasel 2020 getroffen: Das internationale Literaturfestival, das nächste Woche vom 6. bis 8. November stattfinden und in dessen Rahmen auch der Schweizer Literaturpreis vergeben werden sollte, ist abgesagt.

Nach dem gestrigen Entscheid des Bundesrates hat die Festivalleitung sofort reagiert. «Es ist bitter, das Festival jetzt absagen zu müssen, wo alles bereit ist», sagt Katrin Eckert, Leiterin des Literaturhauses am Telefon.

Bereits gekauften Tickets werden zurückerstattet

«Wir haben lange versucht, an der Durchführung festzuhalten, aber als die Schweiz auf die deutsche Liste der Risikogebiete kam, wussten wir, es würde immer komplizierter werden.» Letztlich war es den Macherinnen aber schlicht unwohl bei dem Gedanken, Menschen unter so risikobehafteten Bedingungen zu versammeln.

Dabei bleibe man der Festival-Intention durchaus treu, wie es in der Medienmitteilung heisst: «Das diesjährige Schwerpunktthema hätte nach Wegen zu solidarischem Handeln gefragt. Jetzt müssen wir sie gehen.» Alle bereits gekauften Tickets werden zurückerstattet, bei online gekauften Tickets erfolgt die Rückvergütung automatisch.

Ab dem 6. November werden auf der Website des Festivals verschiedenen literarische Angebote zur Verfügung stehen

Dazu gehört unter anderem ein neuer Podcast mit Interviews und Gesprächen mit Autorinnen und Autoren wie Leif Randt und Dorothee Elmiger. Auch die Rede, die Ilija Trojanow zur Festivaleröffnung gehalten hätte, findet sich ab dem 6. November auf der Festivalseite. Der Schweizer Buchpreis wird zwar wie geplant am 8. November vergeben, die öffentliche Verleihung im Theater Basel fällt aber aus. Ebenso entfallen die Lesungen der Nominierten. Die Auftritte von Dorothee Elmiger, Tom Kummer, Charles Lewinsky, Karl Rühmann und Anna Stern im Literaturhaus Zürich sind online zu sehen.

Ein Trost bleibt immerhin: «Glücklicherweise ist der Betrieb des ­Literaturhauses Basel mit den neuen Massnahmen nicht völlig ausgeschlossen», sagt Eckert. «Ob das Publikum unter den neuen Bedingungen kommt, wird sich weisen.»

www.buchbasel.ch