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Das sind die Medienstars im Basler Zolli

Über kein anderes Tier hat der Zoo Basel so häufig informiert wie über die Gorillas, nämlich 31 Mal in zehn Jahren. Doch daneben gibt es auch jede Menge graue Mäuschen, die bisher noch gar nie erwähnt worden sind.

Samuel Hufschmid
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Die Medien-Tops des Zolli
26 Bilder
Überraschung auf Platz 2: Die Störche (26 Mitteilungen)
Die drittmeisten Mitteilungen zu den Panzernashörnern...
...ebenfalls auf Platz drei: Die Löwen...
...die Schimpansen und...
...die Elefanten, allesamt mit 22 Mitteilungen seit 2006.
Königspinguin 17 Mitteilungen
Rentier 17 Mitteilungen
Orang-Utan 15 Mitteilungen
Strauss 14 Mitteilungen
Somali-Wildesel 13 Mitteilungen
Eselspinguin 12 Mitteilungen
Gepard 12 Mitteilungen
Känguru 12 Mitteilungen
Mufflon 12 Mitteilungen
Flamingo 11 Mitteilungen
Klammeraffe 11 Mitteilungen
Totenkopfäffchen 11 Mitteilungen
Giraffe 10 Mitteilungen
Rappenantilope 10 Mitteilungen
Bison 9 Mitteilungen
Kudu 9 Mitteilungen
Minipig 9 Mitteilungen
Schneeleopard 9 Mitteilungen
Zebra 9 Mitteilungen
Zwergziege 9 Mitteilungen

Die Medien-Tops des Zolli

zvg/Zoo Basel

Eigentlich bräuchte es schon fast ein eigenes Klatschheftli für das Leben der Basler Zolli-Gorillas: Geburten, Todesfälle, Intrigen innerhalb der Gruppe und sogar eine «Teenagerliebe», über all das hat der Zolli in den letzten zehn Jahren ausführlich informiert. Insgesamt 31 Medienmitteilungen zu den Gorillas wurden seit 2006 verschickt, das ist ein einsamer Spitzenwert, wie eine Auswertung der bz zeigt.

Mit den Schimpansen und den Orang-Utans sind auch die beiden anderen Menschenaffen-Arten in den Top-10 der Zolli-Medienstars vertreten. Sprecherin Tanja Dietrich sagt: «Menschenaffen und besonders die Gorillas stossen auf grosses Interesse bei den Zolli-Besuchern. Das menschenähnliche Verhalten unserer nächsten Verwandten ergibt viele spannende Geschichten, die sich gut erzählen lassen.» Zudem habe es in den letzten Jahren viel Nachwuchs und den Neubau des Affenhauses gegeben.

Mit 26 Mitteilungen in zehn Jahren schafft es der Storch auf Platz zwei. Dietrich sagt, das sei logisch: «Einmal wenn sie in Richtung Süden ziehen, einmal, wenn sie zurückkommen und dann werden auch noch jedes Jahr Störche beringt – macht schon drei Meldungen jährlich.» Mit dem Sendestorch Amelios wurden zudem in Zusammenarbeit mit Storch Schweiz medienwirksam die Zugrouten der Störche erforscht. «Amelios, der mittlerweile gestorben ist, hat sogar eine eigene Facebook-Seite, über die wir nochmals gesondert über die Zolli-Störche berichten», sagt Dietrich.

Ebenfalls hoch im Kurs sind Elefanten, Nashörner und Löwen, über die jeweils 22 Mal berichtet wurde. «Bei der Panzernashorn-Zucht hat der Zoo Basel weltweit eine führende Rolle inne: 1956 kam bei uns das erste in einem Zoo geborene Panzernashorn auf die Welt und auch in den vergangenen Jahren hatten wir einige Zuchterfolge, zuletzt am 7. Januar 2017». Was natürlich auch wieder eine Medienmitteilung mit sich brachte.

«Die Löwchen sind los»

Nachwuchsfreuden brachten auch den König der Tiere in die Medien. Die Mitteilungen «Dreifacher Löwennachwuchs» (2015) und «Vier junge Löwen» (2013) kamen beide jeweils im Doppelpack mit einer Folgegeschichte, «Drei junge Löwen in Hochform» respektive «Die Löwchen sind los». Dietrich: «Die Faszination der Menschen für Löwen und allgemein Raubkatzen ist ungebrochen und überragt andere Raubtiere wie etwa den Wolf deutlich. Vielleicht haben sie einfach einen ‹Büsi-Bonus›.»

Die Elefanten hingegen profitieren bezüglich ihrer Medienpräsenz vor allem von der neuen Elefantenanlage. Junge hat es seit 2006 keine gegeben. Dietrich: «Elefanten-Nachwuchs wäre auf jeden Fall ein Medien-Grossereignis – allerdings ist derzeit gar kein Bulle in der Gruppe.» Dieser sei wegen des Umbaus nach Schweden verfrachtet worden und die Abklärungen für einen Nachfolger seien noch nicht abgeschlossen. Dazu komme, dass die Elefanten mit ihrem Nachwuchs fast zwei Jahre trächtig seien. Dafür eignen sich die Dickhäuter alleine ihrer Grösse wegen für allerlei kuriose Meldungen – zu nennen wären eine Stosszahnoperation (erfolgreich), das traditionelle weihnachtliche Festmahl (Weihnachtsbäume), ein Schwimmkurs oder die obligate Gewichtskontrolle (3,5 Tonnen, ermittelt auf einer grossen Plattenwaage).

Die vielen Unscheinbaren

Nebst den Medienstars gibt es allerdings auch jede Menge grauer Mäuschen im Zolli-Alltag, die erst einmal oder noch überhaupt nie zu medialer Aufmerksamkeit gekommen sind: Zum Beispiel die Grasmaus oder der Garibaldifisch. Dietrich sagt: «Gerade bei Fischen ist es nicht möglich, dass wir alle Arten berücksichtigen. Schliesslich beherbergt der Zolli fast 600 Tierarten, davon sind fast zwei Drittel Fische oder andere Wasserbewohner.»

Ebenfalls noch nie erwähnt wurde die Vogelspinne. Doch das ist laut Dietrich Zufall und nicht etwa eine Strategie, um Zolli-Besucher mit Spinnenphobie nicht abzuschrecken. «Über die Schwarze Witwe, ebenfalls eine Spinnenart, haben wir bereits mehrfach berichtet. Bei diesen Tieren fressen die Weibchen die Männchen auf – das lässt sich halt gut erzählen.»

Allgemein seien die Verantwortlichen bestrebt, auch unbekannte Tierarten in den Fokus zu richten, wenn es die Aktualität erlaubt. Dabei werde «Aktualität» nicht nur auf das Geschehen im Zolli selbst, also auf Geburten oder Neuzugänge, reduziert. «Wir haben auch schon am Dreikönigstag über drei Königspinguine berichtet oder an Ostern über frisch geschlüpfte Küken», sagt Dietrich.

Und mit diesen Oster-Küken scheint ihr sogar ein regelrechter PR-Coup gelungen zu sein, wie eine Abfrage bei «Google Trends» zeigt: In der Woche vom 13. April 2014 sind die weltweiten Anfragen nach «Zoo Basel» in die Höhe geschnellt – vermutlich wegen der internationalen Berichterstattung über die herzigen Basler Oster-Küken.

Über diese armen Zolli-Schlucker wurde noch kein Wort verloren

31 Pressemitteilungen über die Gorillas – davon können Schwarzpunkt-Teju & Co. nur träumen. Sie wären wohl froh um eine einzige Erwähnung vonseiten der Zolli-Presseabteilung... Aber nein, kein Wort bisher. Entweder, weil sie Fische sind und nur eine Art unter hunderten, oder weil der aktuelle Aufhänger fehlte. Hier hilft die bz nach und sorgt dafür, dass zumindest sieben der bisher totgeschwiegenen Zollibewohner ein kleines Plätzchen in der Zeitung erhalten.

Lachender Hans Eigentlich ein kleiner Skandal, dass es der Kookaburra (deutscher Name: Lachender Hans) nicht in die Zeitungen geschafft hat – oder zumindest auf die Internet-Portale – denn das einzig Erwähnenswerte ist eigentlich sein Ruf, der an einen schallend lachenden Menschen erinnert.
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Vogelspinne Bis zu 12 Zentimeter Körperlänge und einer Spannweite von 30 Zentimeter können Vogelspinnenarten erreichen. Der Biss der meisten Arten ist zwar schmerzhaft, aber harmlos. Einige wenige Arten können gefährlich sein. Die Leibspiese von Vogelspiennen sind Insekten, Echsen, Mäuse und Vögel.
Garibaldifisch Garibaldifische erhielten ihren Namen aufgrund ihrer leuchtend orangen Färbung, welche an die Anhänger des italienischen Feldherrn Giuseppe Garibaldi, die Rothemden, erinnert. Die Riffbarsche verteidigen ihr Revier während der Brutzeit vehement auch gegen grössere Eindringlinge.
Schwarzpunkt-Teju In der Wildnis legen diese Reptilien auf Futtersuche pro Woche bis zu 25 Kilometer zurück. Die Weibchen neigen zu aggressivem Verhalten, wenn sie trächtig sind. In Gefangenschaft sind die Tiere ausserordentlich neugierig und passen sich schnell den Gewohnheiten des Menschen an.
Piranha Normalerweise gehören die Piranhas nicht zu den aggressiven Fischarten. Ist der erste Angriff aber getan, so folgen weitere Attacken des Schwarmes. In ihrer südamerikanischen Heimat sind Bissverletzungen vor allem beim Fang des beliebten Speisefisches belegt.
Klippschliefer Klippschliefer sind kaninchengrosse Tiere, die in Afrika und Westasien vorkommen. Die Tiere leben in kleinen Gruppen. Ältere Weibchen übernehmen für ein bis zwei Stunden am Tag die Aufgabe eines Wachpostens, damit die Gruppe in Ruhe auf Nahrungssuche gehen kann.
Graumaus Das auffallende Streifenmuster des maximal 70 Gramm schweren Nagers bietet im dichten Gras eine gute Tarnung. Sie leben als Grossfamilien in selbstangelegten Nestern, die aus Grashalmen und Grasblättern zu einer Kugel geformt werden und deren Eingang mit Gras verschlossen wird.

Lachender Hans Eigentlich ein kleiner Skandal, dass es der Kookaburra (deutscher Name: Lachender Hans) nicht in die Zeitungen geschafft hat – oder zumindest auf die Internet-Portale – denn das einzig Erwähnenswerte ist eigentlich sein Ruf, der an einen schallend lachenden Menschen erinnert.

zvg/Zoo Basel