Detailhandel
Basler Kantonslabor entdeckt gefährliche Substanzen in Fischen

Basel-Stadt stösst bei Untersuchungen auf gesundheitsgefährdende Substanzen in Speisefischen. Zwei Produkte mussten aus den Regalen entfernt werden – eines in ganz Europa.

Laura Pirroncello
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Getestet wurden Pangasius, Lachs, Forellen und weitere Zuchttiere aus Aquakulturen.

Getestet wurden Pangasius, Lachs, Forellen und weitere Zuchttiere aus Aquakulturen.

Symbolbild: Urs Bucher

Das Kantonale Laboratorium von Basel-Stadt hat Pangasius, Lachs, Forellen und weitere Zuchttiere aus Aquakulturen untersucht. Insgesamt wurden 30 Proben von sieben Detailhändlern auf Aquakulturwirkstoffe sowie auf Chlorat und Perchlorat untersucht. Dabei handelte es sich bei der Hälfte der Proben um Tiefkühlprodukte, heisst es im Bericht. Ausserdem stammten 15 Proben aus Fernost.

Von den 30 Proben kam es bei drei zu Beanstandungen, teilt das Kantonale Laboratorium mit. In allen wurden erhöhte Chloratkonzentrationen nachgewiesen. Am höchsten war sie in einem tiefgekühlten Pangasiusfilet aus Vietnam. Die anderen beiden Proben stammten von einem tiefgekühlten Wels aus Thailand und tiefgekühlten Tilapiafilets aus China.

Da die Chloratkonzentration der Pangasiusprobe den Richtwert deutlich überschritt, konnte eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Verkauf wurde per sofort verboten. Der Pangasius war ausserdem fehlerhaft deklariert.

Verkaufsverbot in ganz Europa

Weiter wurde in einem tiefgekühlten Tilapia (Buntbarsch) aus Vietnam Leukomalachitgrün und die Wirksubstanz Malachitgrün, die krebserregend ist, nachgewiesen. Die Referenzwerte wurden deutlich überschritten. Es wurde ebenfalls ein Verkaufsverbot des Produktes erlassen.

Chlorat sowie Malachitgrün gefährden die Gesundheit des Menschen. Aus diesem Grund wurden die Transportwege der Fische zurückverfolgt, wie die «Basler Zeitung» schreibt. Es stellte sich heraus, dass die betroffenen Produzenten nicht nur nach Basel beliefern, sondern in ganz Europa. Die Daten aus Basel wurden an das europäische Warnsystem weitergeleitet. Für beide Produkte wurde der Verkauf gestoppt. Die Lieferung des Buntbarsches wurde gar in ganz Europa zurückgerufen.

Bereits vor einem Jahr wurden Proben von Fischprodukten auf Aquakulturwirkstoffe untersucht. Damals wurde nur in einem Fisch eine geringe Konzentration von Leucomalachitgrün nachgewiesen. Die Überprüfung der aktuellen Proben zeigen, dass «diese Wirkstoffe nach wie vor eingesetzt werden», schreibt das Laboratorium. Deshalb werden «zu gegebener Zeit» weitere Untersuchungen vorgenommen.

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