FC Basel

Die Basler haben gemischte Gefühle wegen der geplanten FCB-«Familienfeier»

Beim FC Basel läufts rund im Moment: Neuer (zweiter) Stern in Sicht, neuer Trainer angekündigt, neue Festivitäten in Planung. Letztere soll am Samstag nach dem letzten Saisonspiel in der Innenstadt stattfinden.

Corinna Haag
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Ob die Pyros an einer Feier am Samstagnachmittag ebenfalls brennen werden, steht noch in den Sternen.

Ob die Pyros an einer Feier am Samstagnachmittag ebenfalls brennen werden, steht noch in den Sternen.

KEYSTONE/FC BASEL 1893 POOL/SACHA GROSSENBACHER

Seit Donnerstag ist bekannt, dass der FC Basel aus der traditionellen Meisterfeier ein Familienfest machen will – und das erst am Samstagnachmittag des 3. Juni nach dem letzten Spiel der Saison.

Die Meinungen dazu gehen diametral auseinander. Der Onlineumfrage der bz zufolge scheint knapp die Hälfte der Leser die Idee «toll» zu finden. Die andere Hälfte teilt sich auf in jene, die die Idee «Mist» finden und jenen, denen es egal ist bzw. die sowieso nicht an eine Meisterfeier gehen.

Beim Verein Pro Innerstadt Basel freut man sich auf die Feierlichkeiten. «Als Basler kann man fast nicht dagegen sein», meint Geschäftsführer Mathias F. Böhm lachend. Das sehen die Fans des Tabellenersten auf Facebook etwas anders. Schaut man sich die Kommentare dort an, könnte man meinen, es sei die schlechteste Idee des Jahrhunderts, die sich der Verein da überlegt hat. «Was ist los mit Tradition und Fankultur?», wird dort empört gefragt, oder «das wird eine Feier ohne Emotionen», prophezeit.

Ein wieder vollkommen anderes Bild zeichnet eine kleine Umfrage in der Basler Innenstadt. Den meisten Basler und Baslerinnen, die am Freitagmittag unterwegs sind, scheint es nicht so wichtig zu sein, wann gefeiert wird, sondern eher, dass überhaupt gefeiert wird, auch wenn das gar nicht zur Debatte steht.

«Ich überlege mir schon die Feier zu besuchen, wenn ich an dem Samstag eh schon in der Stadt bin, auch wenn ich mir sonst nicht so viel aus Fussball mache», meint etwa ein junger Passant. Eine weitere Befragte findet «es cool, wenn etwas anderes gemacht wird» als all die Jahre davor. Sie stört sich nicht daran, wenn der zweite Stern erst einen Tag nach dem letzten Spiel und in der Innenstadt zelebriert wird.

«Ändern wird sich sowieso nicht viel», meint der Basel-Fan Jérôme Kroll. «Pyros werden wahrscheinlich trotzdem gezündet werden». Das glaubt sein Bruder Lionel nicht. Er hofft, dass sich die Fans tagsüber zurückhalten. Zur Feier gehen, werden beide aber auf jeden Fall, sie hätten bisher noch keine Meisterfeier verpasst.

Böhm glaubt, dass sicher einige davon profitieren, wenn die Party familienfreundlich am späten Samstagnachmittag durchgeführt wird. Viele Leute seien samstags sowieso schon in der Stadt unterwegs und dann würden sicher auch einige extra für die Feier in die Stadt kommen, was wiederum für die Innenstadt auch nicht schlecht ist.

Und auch weil man daran interessiert sei, die Stadt erlebbar zu machen, sei eine solche Feier eine tolle Angelegenheit und schliesslich habe «die diesjährige Feier anlässlich des zweiten Sterns ja auch historisches Ausmass».