FC Basel

Die Bewegung stellt sich auf: Nach Burgeners Rückzug aus dem Vorstand suchen die Protestler von «Yystoo» nach Ersatz

Beim FCB ist dieser Tage einiges im Fluss. Für die einen war es die Vollstreckung eines lange vorbereiteten Entscheids, für die meisten wohl aber der einzig sichere Weg, eine schmachvolle Abwahl zu umgehen: Am Dienstag kündete FCB-Präsident Bernhard Burgener an, nicht mehr für den Vereinsvorstand zu kandidieren.

Benjamin Rosch
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Nach Bernhard Burgeners Rückzug aus dem FCB-Vorstand suchen die Protestler von «Yystoo» nach Ersatz.
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FCB-Präsident Bernhard Burgener kommt den Forderungen seiner Kritiker teilweise nach. Er stellt sich an der GV, die auf den 9. November terminiert wurde, nicht mehr als Vereinspräsident zur Wahl.
Bernhard Burgener erklärt, dass er die Mehrheit der FCB-Aktien behalten will.

Nach Bernhard Burgeners Rückzug aus dem FCB-Vorstand suchen die Protestler von «Yystoo» nach Ersatz.

GEORGIOS KEFALAS

Mit ihm verlassen auch Roland Heri, Marco Streller und Peter von Büren das Gremium, das mehr repräsentativen Charakter hat. Die vier verzichten lediglich auf den Einsitz im Vereinsvorstand, der zu 25 Prozent an der FC Basel 1893 AG beteiligt ist. Die übrigen 75 Prozent gehören der FC Basel Holding AG, deren Mehrheitsaktionär wiederum Burgener bleibt. Dennoch: Jene FCB-Fans, die sich in den vergangenen Wochen zur Protest-Bewegung «Yystoo füre FCB» formiert hatten, sehen in der Ankündigung einen «Etappensieg», wie es David Frey formuliert. Seit Dienstag präsentiere sich die Lage völlig neu.

Es sei noch zu früh, um über Namen zu reden

Nicht erst seit der Ankündigung aber laufen Gespräche unter den Protestlern, wie sie künftig ihren Einfluss auf den Verein geltend machen können. Dem Vernehmen nach wollen die «Yystoo»-Initianten bis spätestens nächste Woche ein Ticket mit eigenen Vorstandskandidierenden präsentieren, heisst es.
Offiziell will Frey dies nicht kommentieren. Er sagt lediglich: «Wir haben mögliche Kandidaten für die vakanten Vorstandsposten, die wir in den Bewerbungsprozess einbringen werden.» Es sei noch zu früh, um über Namen zu reden.

Dies hängt damit zusammen, dass noch nicht einmal ganz klar ist, wie viele Kandidierende «Yystoo» aufstellen will. Schliesslich treten mit Dominik Donzé, Benno Kaiser und Reto Baumgartner drei Bisherige zur Wiederwahl an. Mit diesen drei Männern trete «Yystoo» ebenfalls in einen Dialog, heisst es. Es besteht die Möglichkeit, dass einer aus diesem Trio sich für das Präsidium bewirbt.

Die Fanbasis soll möglichst breit im Vorstand vertreten sein

Rund sechs Wochen vor der entscheidenden Generalversammlung ist noch einiges unklar. Sollten die Protestler dort aber reüssieren – und davon ist derzeit auszugehen – wird das Gremium vielfältiger. Es gehe «Yystoo» darum, «dass die Fanbasis möglichst breit im Vorstand vertreten ist», sagt Frey, unter anderem explizit auf Frauen angesprochen. Bislang sassen im Vorstand nur Männer.
Eine, die sich das Amt durchaus vorstellen könnte, heisst Jo Vergeat. Die Grünen-Grossrätin sagt: «Ja, das kann ich mir grundsätzlich vorstellen.» Vergeat ist seit Kurzem FCB-Mitglied und gehört zum erweiterten Kreis der «Yystoo»-Bewegung, wie sie sagt.

Es wäre keine Überraschung, wenn sich aus deren Mitte weitere Kandidaten für einen Job als FCB-Vorstand empfehlen würden: Neben David Frey haben sich in den vergangenen Tagen insbesondere Patrick Fassbind und Tobias Adler für die Bewegung exponiert. Mit ihnen sind unterschiedliche Fans aus verschiedenen Sektoren im Joggeli repräsentiert.

Das Bekenntnis der Muttenzerkurve

Vor allem das Engagement Adlers ist deshalb bemerkenswert, weil sich mit ihm ein Vertreter der Muttenzerkurve in die Öffentlichkeit stellt. Auch wenn das gesamte Vorgehen speziell ist: Es ist ein grosses Novum, dass die Fankurve einen solch institutionellen Weg beschreitet und sich – so ist aus der Protest-Bewegung zu hören – auch weiterhin einbringen will.

Während die Protestler sich auf die Suche nach geeignetem Personal begeben, steht noch nicht fest, wie die Wahl ablaufen wird. «Der FCB-Vereinsvorstand wird den Vereinsmitgliedern die konkreten Angaben der Modalitäten zum Bewerbungs- und Wahlprozedere zusammen mit den Einladungsunterlagen zur 126. ordentlichen Generalversammlung zukommen lassen», lässt der FCB auf Anfrage verlauten. Und: «Alles weitere wird sich in der Folge ergeben.» Alles im Fluss.