Coronavirus

Die Container quellen über: So kämpft die Basler Stadtreinigung mit den Corona-Abfällen

Die übermässige Entsorgung von Glas und Dosen stellt Stadtreinigung vor Probleme.

Rahel Koerfgen
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Die Mitarbeiter der Stadtreinigung sehen sich in der Pandemie mit Problemen konfrontiert. (Archivbild)

Die Mitarbeiter der Stadtreinigung sehen sich in der Pandemie mit Problemen konfrontiert. (Archivbild)

ZVG/Juri Weiss

Wenn die Lieblingsbar oder der Club um die Ecke geschlossen bleibt, wird halt zu Hause mit Wein, Bier oder härteren Drinks angestossen. Die Entsorgungsmenge an Glas sowie Alu- und Konservendosen hat in Basel-Stadt zu Zeiten des Lockdowns entsprechend deutlich zugenommen. Dominik Egli, Leiter der Stadtreinigung Basel-Stadt, sagt auf Anfrage der bz: «Wir registrieren zwischen einem Fünftel bis zu einem Drittel mehr Entsorgungsgut an den 54 Recyclingstationen.» Und das ist nicht zu übersehen: Nicht selten sammeln sich am Boden rings um die Stationen Unmengen von übel riechenden Glasflaschen, Bierdosen und Alubüchsen – schlicht aus dem Grund, weil die jeweilige Station total überläuft. Das wird von der Bevölkerung nicht gerne gesehen. «Warum leeren die nicht einfach öfter?», fragt sich ein Anwohner an der Sammelstelle bei der Clarastrasse. Ein andere stört sich: «Die Situation ist mehr als nur eklig.»

Darauf angesprochen, versucht Egli zu relativieren. «Es ist sicher eine unschöne Situation, aber am Ende ist es nur Abfall und nicht der Untergang der Welt. Und ich versichere Ihnen, wir geben unser Bestes.» Dies sei auch auf dem Informationsblatt zu lesen, das anlässlich der aktuellen Covid-19-Situation an den Containern angebracht wurde. Nämlich, dass die Stadtreinigung bemüht sei, die Werkstoffsammelstellen fristgerecht zu leeren.

Mit nur zwei Lastwagen kommt’s zum Engpass

Warum aber intensiviert die Basler Stadtreinigung nicht den Entsorgungsturnus? Das sei bereits geschehen, aber so einfach sei es leider nicht, führt Egli weiter aus. «Personal hätten wir in der Tat genug, da besteht kein Engpass. Es handelt sich vielmehr um ein logistisches Problem.» Der Stadtreinigung stehen lediglich zwei Lastwagen für die Leerung der Recyclingstationen zur Verfügung, deshalb könne man die Touren nicht von heute auf morgen anpassen. «Erschwerend kommt hinzu, dass nicht immer dieselben Sammelstellen überquellen; es gibt keine Hotspots, auf die wir uns konzentrieren könnten», so Egli. Mal sei eine im Grossbasel übervoll, mal eine im Kleinbasel oder auf dem Bruderholz. Dort, wo sich Flaschen und Dosen bereits auf dem Trottoir oder gar auf der Strasse ansammeln würden, greife die Müllabfuhr oder ein anderes Team der Stadtreinigung ein: «Es wird alles, das sich nicht im Container befindet, noch am selben Tag weggeräumt, aber dann halt auch verbrannt.»

In diesem Sinne hält es Dominik Egli für sinnvoll, sich an die Regeln zu halten, die der Bund wegen Covid-19 herausgegeben hat: Man soll die Sammelstellen nur zurückhaltend aufsuchen. So wird verhindert, dass dort zu viele Menschen aufeinandertreffen. «Damit unterstützt man auch die Stadtreinigung. Aber es ist sicher nicht die Idee, dass man nun zu Hause das Glas hortet», so Egli weiter. Sonst wird es am Ende noch in den eigenen vier Wänden richtig eklig.