Euro-Airport

Die Swiss ist am Basler Flughafen vor dem Abflug

Für die Fluggesellschaft Swiss ist die Konkurrenz am Euro-Airport zu gross. Easyjet dominiert den Basler Flughafen. Deshalb zügelt «Swiss» ihren Hauptsitz nach Zürich und hat Lösungen für die rund 24 betroffenen Mitarbeitenden bereit.

Stefan Schuppli
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Die Swiss stellt die letzten Flüge ab dem Euro-Airport ein. Toengi

Die Swiss stellt die letzten Flüge ab dem Euro-Airport ein. Toengi

Martin Toengi

Swiss wird wie gemeldet ab Ende Mai in Basel den Betrieb einstellen. «Wir haben es in Basel immer wieder versucht, und wir hatten keinen Erfolg», sagte am Donnerstag Swiss-Chef Harry Hohmeister an der Bilanzmedienkonferenz der Fluggesellschaft. Der Markt sei von Easyjet mehr oder weniger monopolisiert, sagte er weiter. In Genf hingegen bietet Swiss den orangen Fliegern die Stirn. Das hänge damit zusammen, dass Swiss in Genf schon immer relativ stark präsent gewesen sei.

Die Swiss Gruppe (also inklusive der Tochter Swiss Aviation Software) hat momentan rund 500 Mitarbeitende in Basel (in den Bereichen Software, Service Center, Customer Feedback, HR Administration, Technik, Stationsleitung). Von der Einstellung des Flugbetriebs seien insgesamt 24 Stellen aus der Wartung der Flugzeuge (Line Maintenance) und der Station betroffen, sagte eine Swiss-Sprecherin auf Anfrage der bz.

Im Prinzip könnten alle betroffenen Mitarbeitenden weiterbeschäftigt werden. Derzeit haben etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden in der Wartung den Arbeitsvertrag am Standort Zürich unterzeichnet. Die restlichen Kolleginnen und Kollegen hätten entschieden, die Swiss zu verlassen. Bei den Stationsmitarbeitenden hat man ebenfalls eine Lösung gefunden. Auf das fliegende Personal hat die Einstellung des Flugbetriebs keine Auswirkungen, da in Basel keine Crew stationiert ist.

Die Destinationen ab Basel sind noch bis Mai Barcelona, Hamburg, London City, Prag und Palma de Mallorca. In den Jahren zuvor standen noch Rom, Brüssel, Warschau, Manchester und andere grössere Städte auf dem Flugplan. Am meisten dürfte der Basel Kundschaft die London-City-Verbindung fehlen. Sonst ist London über die anderen Flughäfen Heathrow, Gatwick, Luton und Stanstead sehr gut angebunden. Noch nicht in Sicht ist ein Swiss-Ersatz aus dem Lufthansa-Konzern. Die erste Basis der Lufthansa-Tochter Eurowings ausserhalb Deutschland wurde nicht in Basel, sondern in Wien eröffnet. Wien sei der günstigste Standort, meinte der österreichische Aviatikexperte Kurt Hofmann.

«Dass Basel nicht die erste Basis für die neue Eurowings ist, schliesst nicht aus, dass unser Flughafen später infrage käme», sagte Euroairport-Sprecherin Vivienne Gaskell kürzlich. Und Hohmeister meinte: «Warten Sie’s ab.»