Die Uni Basel überholt in Ranking die Uni Zürich - den Rektor freuts

Ist die Uni Basel nach den beiden ETHs die beste Uni der Schweiz? Genau das sagt jetzt ein Ranking aus Londen. Die Basler machen darin einen gewaltigen Sprung nach vorne. Rektor Antonio Loprieno ist vom Gewalttssprung sehr überrascht.

Muriel Mercier
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Die Uni Basel hat sich um 68 Plätze im weltweiten Hochschulranking verbessert.

Die Uni Basel hat sich um 68 Plätze im weltweiten Hochschulranking verbessert.

Keystone

Die Uni Basel macht einen gewaltigen Sprung nach vorne. Und zwar von Rang 142 (2012) auf Rang 74 (2013) – um ganze 68 Plätze also. Zu diesem Resultat kommt das in London erscheinende Magazin «Times Higher Education» (THE), das die Resultate seines jährlich durchgeführten Hochschulrankings am Mittwoch publizierte. Der Uni-Basel-Rektor Antonio Loprieno freut sich, ist aber auch überrascht und kann sich den Quantensprung nicht ganz erklären, wie er lachend zugibt.

Die besten Unis

1. California Institute of Technology, USA
2. Harvard University, USA
2. University of Oxford, UK
4. Stanford University, USA
5. Massachusetts Institute of Technology, USA
6. Princeton University, USA
7. University of Cambridge, UK
8. University of California, Berkeley, USA
9. University of Chicago, USA
10. Imperial College London, UK

Schweizer Universitäten
14. ETH Zürich
37. Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne
74. Universität Basel
121. Universität Zürich
124. Universität Genf
132. Université de Lausanne
157. Universität Bern

Es gebe zwei Aspekte, die für die Verbesserung gesorgt haben könnten. «Wir präsentieren die Uni seit einigen Jahren sehr kompakt. Unsere Forschungsdatenbank ist immer à jour und wir machen die Indikatoren über Drittmittel transparent.» Die «THE» erheben ihre Rankings nämlich – nach eigenen Angaben – durch Befragungen von Akademikern, allgemeine Statistiken der Unis sowie die Zählung der Zitierung von Artikeln in Zeitschriften.

Die Indikatoren variieren

Aus diesem Grund bleibt Loprieno trotz des besseren Resultats auf dem Boden. Die Indikatoren zu diesen Rankings seien nicht genau festzumachen. «Es ist ja nicht möglich, dass eine Uni innerhalb eines Jahres viel besser wird, als im Vorjahr und danach wieder abfällt.»

Damit spricht er dem Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann aus dem Herzen. Auch für ihn ist die gute Platzierung in diesem Jahr kein Grund, in Selbstzufriedenheit zu verfallen. «Diese Rankings haben eine relative Aussagekraft. Aber es ist wichtig, dass die Uni Basel vorne dabei ist. Das sind wir unseren Studenten schuldig.» Loprieno kann sich gar vorstellen, dass die Ranking-Ersteller jeweils absichtlich Schwankungen planen, um die Spannung zu halten.

«Times Higher Education» legt seine Rangfolge anhand von 13 Kriterien fest, wie auf deren Homepage erklärt wird. Die Bereiche der Lehre, der Forschung und der Zitierhäufigkeit mit je 30 Prozent, die Internationalität mit 7,5 Prozent und der wirtschaftliche Einfluss mit 2,5 Prozent. Daraus wird deutlich, dass naturwissenschaftliche Fächer ein grösseres Gewicht auf die Wertung haben als Geistes- und Sozialwissenschaften, denn die Forschung in der Naturwissenschaft erscheint weltweit in englischer Sprache. Aus diesem Grunde stehen traditionelle Volluniversitäten sowie globale technische Hochschulen an der Spitze der Rankings.

Basel verbessert sich gar drei Mal

Für Loprieno ist weniger das Ranking der «THE», als die Tatsache wichtig, dass die Uni Basel 2013 sowohl beim Schanghai-Ranking als auch beim «QS World University Ranking» aus den USA (bz berichtete) Plätze gut gemacht hat. Bei Ersterem kletterte Basel von Rang 85 auf 83, bei Letzterem von 121 auf 110. Dass Basel in der Rangliste der «THE» zum ersten Mal die Uni Zürich (121) überholt hat, überrascht ihn angesichts des höheren Budgets der Zürcher. Die Uni Zürich war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.