Regio Basiliensis

Ein Dreiländer par excellence wird geehrt

Im Rahmen der 53. Generalversammlung des Vereins Regio Basiliensis wurde bz-Redaktor Peter Schenk die Ehrenmedaille verliehen. Mit seinen Artikeln habe er es geschafft, der breiten Öffentlichkeit die komplexen Themen im Dreiland näher zu bringen.

Tobias Müller
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Kathrin Amacker, Präsidentin der Regio Basiliensis und ehemaliger Regierungsrat Basel-Stadt Hans Martin Tschudi überreichen Peter Schenk (Mitte) die Auszeichnung.

Kathrin Amacker, Präsidentin der Regio Basiliensis und ehemaliger Regierungsrat Basel-Stadt Hans Martin Tschudi überreichen Peter Schenk (Mitte) die Auszeichnung.

Juri Junkov

Es gab gleich einige Themen, die am Dienstag bei der 53. Generalversammlung der Regio Basilensis in Grenzach-Wyhlen angesprochen und diskutiert wurden. Natürlich, immerhin war das Jahr 2015 ein ganz Spezielles. Wirtschaftlich gesehen wegen dem starken Franken und des daraus folgenden Anstiegs des grenznahen Einkaufstourismus. Andererseits politisch, da Themen wie die Flüchtlingspolitik oder Freizügigkeitsabkommen fast jeden Tag in den Medien zu lesen, zu hören oder zu sehen sind.

Davon betroffen ist auch der oberrheinische Raum im Dreiländereck Schweiz, Deutschland und Frankreich. Kathrin Amacker, Präsidentin der Regio Basiliensis, listete bei ihrer Ansprache dann auch gleich zehn problematische Bereiche auf, die in Zukunft viel Arbeit für den Verein bedeuten werden. Die Personenfreizügigkeit des Wirtschaftsstandortes im Dreiländereck, der grenzüberschreitende Verkehr, die Gesundheitssysteme der drei Länder – dies sind nur ein paar wenige der etlichen Pendenzen, die es in Zukunft anzupacken gelte.

Zu früh für ein Denkmal

Einen besonderen Beitrag dazu hat in den vergangenen Jahren bz-Redaktor Peter Schenk geleistet. Die Vereinigung Regio Basiliensis verlieh ihm daher bei der 53. Generalversammlung die Ehrenmedaille. Hans Martin Tschudi, ehemaliger Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, hielt die Ehrenlaudatio. Darin bezeichnete er Schenk als „engagierten Journalisten und schon fast als letzten Verfechter eines trinationalen Journalismus“. Ebenfalls verlieh ihm Tschudi in seiner Rede den Titel „Dreiländer par excellence“. Einer, der als versierter Kenner an den Mehrwert der grenzüberschreitenden Kooperation bis heute glaubt.

Mit seinen Artikeln habe er in der Presse immer versucht, der breiten Öffentlichkeit die komplexen Themen im Dreiland näher zu bringen. Für ein Denkmal sei es noch zu früh, für eine Ehrung aber sei es sicher an der Zeit, sagte Tschudi zum Abschluss seiner Rede mit einem Lachen.

Regelmässig erscheinende Kolumne

Peter Schenk wurde am 9. Juni 1957 in Rendsburg, nördlich von Hamburg, geboren und studierte in Freiburg im Breisgau Romanistik und Geschichte. Bis anfangs 30 wollte er sich nicht festlegen, wie er sein Geld verdienen möchte. Dann fand er den Einstieg in den Journalismus. 1988 arbeitete er drei Jahre als Elsass-Korrespondent für die Badische Zeitung, nachher war er 21 Jahre als Redaktor bei der Basler Zeitung angestellt. Dort schrieb er vorwiegend über grenzüberschreitende Themen und Problematiken.

Die Aufgabe der Regio Basiliensis

Die Regio Basiliensis ist die Schweizer Partnerin für die Oberrhein-Kooperation. Ihr Zweck ist es, von schweizerischer Seite Impulse für die Entwicklung des oberrheinischen Raumes zu einer zusammengehörigen europäischen Grenzregion zu geben und bei deren Realisierung mitzuwirken. Als staatliche Koordinationsstelle vertritt sie die fünf nordwestschweizer Kantone und ist unter anderem für die Interreg-Programme zuständig. Gleichzeitig ist sie die ein privater Verein, der sich für das Dreiland engagiert.

2012 wechselte Peter Schenk zu der bz Basel, wo er bis heute über die Dreiländer-Kooperation berichtet. Seine Kolumne „Mein Leben im Dreiland“ erscheint regelmässig und spricht aktuelle Themen bezüglich des Oberrheingebietes an. Schenk nahm sich immer wieder vermehrt der Thematik des Verkehrs in der Region an, wie zum Beispiel die Tramverlängerung der Linie 8 oder den Schienenanschluss an den Euro Airport.

Peter Schenk bedankte sich in seiner Rede dann in erster Linie bei ehemaligen und seinem jetzigen Arbeitgeber, die ihm die Plattform für seine Themen über das Dreiland gegeben haben. Bei Matthias Zehnder, der ihm als ehemaliger Chef der bz Basel ermöglichte, das Dreiland-Thema weiter auszubauen. Aber auch bei David Sieber, dem neuen Chefredaktor der bz Basel, bei dem er sich „in guten Händen fühle“.

Die Arbeit im Dreiland mache ihm auch noch heute, nach so vielen Jahren Spass, wie Peter Schenk sagt. „Auch und gerade, weil nicht immer alles rund gelaufen ist und läuft. Das macht das Journalistenleben schliesslich spannend.“ Zum Abschluss seiner Rede warnte Schenk dann aber auch noch vom aktuellen Ausverkaufs-Hype im deutschen Grenzgebiet. "Ich bin überzeugt, dass dem Dreiland nicht gut tut." Er hoffe, dass sich der Euro so bald wie möglich wieder erholt und in Bezug auf den Einkaufstourmismus wieder normalere Verhältnisse einkehren.