Kommentar

Eine Bewegung im Promille-Bereich

Stefan Strittmatter
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Susanne Brem

Es klingt wie eine Erfolgsmeldung, ist jedoch ein weiteres Indiz für den Missstand: Der Basler Grosse Rat hat gestern einer Erhöhung der Subventionsbeiträge an den RFV Basel (vormals: Rockförderverein) zugestimmt. Doch Jubellaune dürfte sich deswegen in der Szene der regionalen Populärmusik kaum breitmachen.

Mit der Erhöhung des Beitrages um jährlich 25'000 von 390'000 auf 415'000 Franken steigt der Anteil der Populärmusik am basel-städtischen Kulturbudget von 0,3 auf 0,32 Prozent. Diese Bewegung im Promille-Bereich ist bestenfalls ein finanzielles Trostpflästerchen – vor allem aber ein Anzeichen dafür, dass Musikschaffende abseits der Klassik kaum mit Wertschätzung rechnen dürfen.

Die IG für eine breitere Musikförderung, die dieses Ungleichgewicht in einem Schreiben an das Präsidialamt im November angeprangert hatte, darf sich freuen, dass nun Bewegung in die Angelegenheit kommt. Doch zeigen der gewährte Betrag und das denkbar knappe Abstimmungsergebnis von 47 zu 46 Stimmen, dass der Weg zur ansatzweise fairen Musikförderung steil und steinig wird.

Im Gespräch mit der bz erkennen auch Vertreter des mit 13 Millionen Franken subventionierten Sinfonieorchesters Basel die aktuelle Förderpolitik als nicht mehr zeitgemäss an. Bei den Parlamentariern scheint diese Erkenntnis noch zu fehlen.