Kritik
Eine Chance für Basel, auf der Weltagenda zu stehen

Nächste Woche findet die OSZE-Konferenz statt. Doch Basel sei «unerfahren» und «ungelenk» im Umgang mit solchen Anlässen, findet ein Uni-Professor. Basel hat eine Chance auf der Weltagenda zu stehen - und das nicht mit Fussball oder Kunst.

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Abschrankungen vor OSZE-Ministertreffen in Basel

Abschrankungen vor OSZE-Ministertreffen in Basel

Keystone

Laurent Goetschel, Professor für internationale Beziehungen der Universität Basel, attestiert im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» der Stadt Basel, mit viel gutem Willen die OSZE-Konferenz organisiert zu haben, die kommende Woche stattfindet. Doch Basel sei «unerfahren» und «ungelenk» im Umgang mit solchen Konferenzen.

Obwohl die OSZE-Themen in der Region eigentlich hohe Beachtung fänden, habe es darüber kaum eine Diskussion gegeben. Geplante Veranstaltungen etwa mit Grossräten kommen nicht zustande – mangels Interesse. Allerdings sei die OSZE «keine selbsterklärende Organisation» und kaum bekannt, erklärt Goetschel die Schwierigkeiten.

Für das Basler Stadtmarketing ist die OSZE-Konferenz ein Event wie die Euro 08 und Gelegenheit, eine neue Werbekampagne zu starten. Für die Polizei ist sie ein Übungsfeld, um über die Grenzen hinaus mit dem Militär ein Sicherheitsdispositiv aufzuziehen.

Für Krawallmacher wiederum ein Treffpunkt wie das Weltwirtschaftsforum WEF, um gewaltbereit gegen «imperialistische Strukturen» zu demonstrieren. Für die Bevölkerung schliesslich eine Beeinträchtigung ihres Bewegungsspielraums, wie sie stillschweigend nur während der Fasnacht akzeptiert wird.

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