Luftfahrt

Fast-Kollision am Euro-Airport gibt Drohnen-Gegnern Aufwind

Nach dem Beinahe-Crash zwischen einem Passagierflugzeug und einer Drohne über Basel fordern Politiker härtere Gesetze.

Benjamin Rosch und Stefan Schuppli
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Chris Iseli/Archiv

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Chris Iseli

Gefährliche Vorfälle und Fast-Kollisionen zwischen Flugzeugen und privaten Drohnen nehmen zu, wie ein Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) zeigt. Am Mittwoch wurde bekannt, dass im Sommer am Basler Euro-Airport eine Easyjet-Maschine mit 169 Passagieren um ein Haar in eine Drohne geflogen war. Damit dürfte das Thema auch an der nächsten Session auf den Tisch kommen.

Erst vor rund zwei Wochen hat die Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer eine Interpellation eingereicht, die eine zivilrechtliche Beurteilung der fliegenden Objekte verlangt. Durch den Vorfall in Basel sieht sie sich in ihrem Anliegen bestärkt: «Die rechtliche Situation ist oberlausig und der Gefahrensituation nicht angemessen.» Es brauche klarere Regeln, «bevor Schlimmeres passiert», sagt sie. Eine hängige Motion vom vergangenen Frühling will der Bundesrat ablehnen. Gegenüber der «Nordwestschweiz» sagte Leutenegger Oberholzer damals: «Bei den Drohnen herrscht Anarchie.» In einer Stellungnahme antwortete hingegen der Bundesrat: «Eine Analyse dieser Daten zeigt, dass in der Schweiz bis heute keine wesentlichen Vorfälle zu verzeichnen waren, und der Bundesrat hat keine Anhaltspunkte dafür, dass bezüglich Drohnenoperationen ‹Anarchie› am Himmel herrscht.» Leutenegger Oberholzer ist nicht die erste, die Drohnen aufs Tapet bringt. Auch Manuel Tornare (SP/GE), Urs Schläfli (CVP/SO) und Pierre Rusconi (SVP/TI) reichten diesbezüglich schon Vorstösse ein.