Kunsteisbahn

Gewaltiges Projekt für den Eissport: Ein neues Hockeystadion für Basel – auf dem Dreispitz

Private Investoren wollen die alte Spielstätte des HC Lausanne kaufen und auf dem Dreispitz aufbauen. Die Eigentümerin, die Christoph Merian Stiftung, steht dem Projekt offen gegenüber.

Leif Simonsen
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Die provisorische Lausanner Heimspielstätte Malley 2.0 soll mit zwei Hockeyfeldern statt mit grosser Zuschauertribüne in Basel aufgebaut werden. Bild: Keystone

Die provisorische Lausanner Heimspielstätte Malley 2.0 soll mit zwei Hockeyfeldern statt mit grosser Zuschauertribüne in Basel aufgebaut werden. Bild: Keystone

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Es sind düstere Aussichten für die Basler Hockeyspieler und Eisläuferinnen. Die marode Kunsteisbahn Margarethen soll während eineinhalb Jahren saniert werden. Bereits jetzt herrscht Eisknappheit. Die Teams trainieren bis spätnachts. Wenn auch noch die Kunschti Margarethen wegfällt, könnte dies zumindest im Breitensport für einige Mannschaften das Ende bedeuten.

Nun sind gemäss Informationen der bz private Investoren daran, das Problem anzugehen. Ihr Lösungsansatz ist spektakulär. Sie wollen das Lausanner Eisstadion Malley 2.0 nach Basel holen. Dieses diente bis zur Einweihung des neuen Lausanner Hockeytempels während zweier Jahre als temporäres Stadion und bot 6700 Zuschauern Platz. Bereits ab April hat es keine Bestimmung mehr – könnte diese aber in Basel finden. Genauer: Auf dem Dreispitz, dem ehemaligen Areal der Firma Arfa. Bereits 2015 wurde hier auf einem provisorischen Feld Hockey gespielt. Das allerdings nur für zwei Monate. Nun soll ein fixes Stadion gebaut werden – mit ungleich grösserer Dimension.

Malley 2.0 in Basel mit zwei Eisfeldern

Ehe im Dreispitz dem Puck nachgejagt wird, gilt es aber einige Herausforderungen zu bewältigen, so etwa die Finanzierung der Halle. Die Besitzerin, die Nüssli Gruppe, verlangt dafür rund 15 Millionen Franken. Peter Tschudin, Präsident des Kantonalen Eislauf- und Eishockeyverbands, plant, mit vier anderen Hockeyvisionären demnächst eine Stiftung ins Leben zu rufen, welche den Kauf der Arena sicherstellen soll. Tschudin klingt zuversichtlich. Bereits hätten Mäzene ihr Interesse zugesichert, sich für das Hockey und den Eissport finanziell zu engagieren. Dabei handelt es sich nicht um reines Mäzenatentum. Nicht auszuschliessen ist, dass der Betrieb der Malley 2.0 letztlich kostendeckend wird.

Die Pläne sehen vor, dass die Halle zwei Eisfeldern Platz bieten soll. Die Zuschauerkapazität würde auf rund 200 bis 300 verringert. Die Mieteinnahmen von den Clubs könnten dann auch die Energiekosten überschreiten, zumal das moderne Eisstadion im Vergleich zur Margarethen-Kunschti ressourcenschonend ist. Die Stromkosten werden sich täglich auf rund 300 Franken belaufen, so die Berechnungen.

Die Christoph Merian Stiftung zeigt Interesse

Noch nicht unter Dach und Fach sind auch die Verhandlungen der Stiftung mit dem Landeigner, der Christoph Merian Stiftung (CMS). Auf Anfrage sagt Sprecherin Elisabeth Pestalozzi aber: «Grundsätzlich steht die CMS diesem Projekt offen gegenüber.» Bevor sie grünes Licht gibt, müssten jedoch die Fragen zur Wirtschaftlichkeit oder zur Vereinbarkeit mit der Entwicklungsstrategie der CMS auf dem Dreispitz geklärt werden.

Auf allzu geduldige Verhandlungspartner dürfen die CMS-Verantwortlichen nicht hoffen. Demnächst wird der Ratschlag zur Margarethensanierung im Grossen Rat behandelt. Der Kauf der Malley 2.0 war diese Woche bereits Teil der parlamentarischen Beratungen, wie Jeremy Stephenson (LDP) von der Bau- und Raumplanungskommission bestätigt. Geplant ist, dass die Sanierung der Margarethen im 2022 beginnen soll. «Da drängt natürlich die Zeit», sagt Stephenson.