Grosser Rat
GGG Stadtbibliothek Basel bekommt 12,5 Millionen für zwei Jahre

Die GGG Stadtbibliothek Basel bekommt vom Stadtkanton 12,5 Millionen Franken für die Jahre 2016 und 2017. Der Grosse Rat hat diese Beiträge am Mittwoch mit grossem Mehr gutgeheissen. Kritik gab es jedoch wegen Zentralisierungstendenzen.

Simon Erlanger/sda
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Die Hauptstelle der GGG Stadtbibliothek im Schmiedehof.

Die Hauptstelle der GGG Stadtbibliothek im Schmiedehof.

Martin Töngi

Der Basler Grosse Rat hat mit grossem Mehr die Subvention für die Stadtbibliotheken der GGG von 12,5 Millionen Franken für die Jahre 2016 und 2017 beschlossen. Die neue Subvention ist 1,175 Millionen pro Jahr höher als die bisherige. Die Erhöhung nötig mache der Aus- und Umbau des neu eröffneten Hauptsitzes im Schmiedenhof. Die vorberatende Bildungs- und Kulturkommission (BKK) hatte die neue Subvention unter der Bedingung unterstützt, dass das Bibliotheksangebot in den Quartieren aufrechterhalten wird und keine Zentralisierung erfolgt.

Auch noch Bibliotheksstrategie

Wegen pendenter Diskussionen zur Zukunft der Bibliotheken ist aber die neue Subventionsperiode nur halb so lang wie die letzte. Der für die Bibliotheken zuständige Regierungspräsident Guy Morin verwies auf verändertes Nutzerverhalten; zunehmend würden Bücher online ausgeliehen. Er stellte darum analog eine Bibliotheksstrategie in Aussicht, dies wohl analog zur oft angekündigten Museumsstrategie.

In der Debatte gab vor allem die geplante Auslagerung des Buch-Einkaufs an eine zentrale Institution in Bern zu reden: Linke wie Rechte waren skeptisch, weil darunter speziell die kleineren Basler Buchhandlungen litten. Für das Ziel der Leserförderung sei ein gutes Netz auch kleiner Händler wichtig, warnte etwa die LDP.

Markteingriff und Mahnungen

Ein SP-Antrag für einen entsprechenden Passus zur Verpflichtung der GGG zum Bucheinkauf möglichst bei Basler Buchhändlern ging den meisten Bürgerlichen aber zu weit; das sei ein unzulässiger Eingriff in den Markt. Auch in abgeschwächter Form fiel der Antrag mit 41 gegen 40 Stimmen bei 6 Enthaltungen am Ende hauchdünn durch. Mahnende Voten gab es zudem auch gegen die Schliessung von Quartierbibliotheken.

Wegen zahlreichen Abstürzen und Fehlern musste während der Debatten gestern Morgen das neue elektronische Abstimmungssystem heruntergefahren und neu gestartet werden. Die Debatte wurde daher für fünf Minuten unterbrochen.