Gotthard

Gotthard-Komitee warnt an der GV in Basel vor Schienenengpass

Das Gotthard-Komitee warnt vor einem «gravierenden Schienenengpass am Gotthard mit kaum absehbaren Folgen für Bevölkerung und Wirtschaft in den betroffenen Regionen»: Es kritisiert, der Bund räume dringend nötigen Schlüsselprojekten der Nord-Süd-Achse keine Priorität ein, und will mehr Mittel und verbindliche Zusicherungen.

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Blick auf die neuen Schienen im Gotthard-Basistunnel

Blick auf die neuen Schienen im Gotthard-Basistunnel

Keystone

Grund des Unmuts ist die Botschaft FABI (Finanzierung und Ausbau Bahninfrastruktur). An der Generalversammlung in Basel hätten sich die Gotthard-Kantone befremdet gezeigt, dass FABI in den ersten Ausbauschritten keine substanziellen Infrastrukturmassnahmen für die Nord-Süd-Achse enthalte, teilte das Komitee am Donnerstag mit.

Es habe indes wenig Sinn, über 20 Milliarden Franken in Gotthard- und Ceneri-Basistunnel zu investieren, ohne in absehbarer Zeit leistungsfähige Zufahrten zu realisieren. Wenn die NEAT-Basistunnel 2016 und 2019 eröffnet werden, fehlten im Norden und Süden solche Zufahrten, die dafür sorgen, dass die Verlagerung des Gütertransits nicht den ebenso wichtigen Personen- und Regionalverkehr verdränge.

Die Botschaft FABI berücksichtige bei den zu realisierenden Infrastrukturen einseitig die Ost-West-Achse, rügt das Komitee. Unter den bis 2030 geplanten Ausbauschritten fehlten substanzielle Massnahmen für die Gotthard-Achse: «Der Bund scheint die Bedürfnisse der Gotthard-Kantone als nicht prioritär zu erachten.»

Dies könne das Komitee nicht akzeptieren. Es fordert National- und Ständerat auf, die Mittel deutlich aufzustocken, damit Planungen ausgelöst und Projekte ausführungsreif vorbereitet werden können. Zumindest erwartet das Komitee aber verbindliche Zusicherungen über den Realisierungshorizont von Infrastrukturen der Nord-Süd-Achse.

Das Gotthard-Komitee vereinigt 13 Kantone mit einer Gesamtbevölkerung von rund 3,5 Millionen Menschen.