Quartierkoordination

Gundeldinger Quartier-Streit: Wird der Geldhahn zugedreht?

Die Finanzkommission entscheidet demnächst über die Gelder des Kantons für die Quartierkoordination im Gundeli.

Silvana Schreier
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Gundeli

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Kenneth Nars

Nach jahrelangen Differenzen eskalierte der Streit zwischen vier grossen Trägervereinen und der Quartierkoordination Gundeldingen. Die Interessengemeinschaft Gewerbe Gundeldingen, der Neutrale Quartierverein Gundeldingen, die Genossenschaft der Pfarrei Heiliggeist und das Rote Kreuz Basel gaben ihren Austritt aus dem Dachverein bekannt. Der Vorstand der Quartierkoordination machte derweil klar: Er werde die notwendigen Geschäfte weiterführen und den Verein danach übergeben.

Beatrice Isler ist Mitbegründerin der Quartierkoordination. Zehn Jahre lang präsidierte sie deren Vorstand. Mittlerweile hat sich die CVP-Grossrätin aus dem Verein zurückgezogen. Der schwelende Konflikt machte aber auch ihr zu schaffen. «Ich bin traurig und frustriert. Die Quartierkoordination ist mein Kind», sagt Isler, die insgesamt 20 Jahre lang in der Quartierarbeit tätig war. «Aber vielleicht musste es so kommen, damit der Verein neu aufgesetzt werden kann.»

«Schwieriger wird es für die kleinen Vereine»

Den Austritt der vier grossen Trägervereine versteht Isler. «Sie können auch ohne Dachverein weitermachen. Schwieriger wird es für die kleinen Vereine.» Diese seien angewiesen auf die Arbeit der Quartierkoordination. Isler sagt: «Ich bedaure alles ausserordentlich, denn diese Querelen binden Kräfte, die man wohl besser für das Quartier einsetzen sollte.»

Die Quartierkoordination steht auf wackligen Beinen. Bereits Anfang 2019 wurde ihre finanzielle Unterstützung durch den Kanton im Grossen Rat diskutiert. Im Februar reichten die Bürgerlichen ein Budgetpostulat ein und forderten, dass die beiden Stadtteilsekretariate und die Quartierkoordination im Gundeli ab 2020 keine kantonalen Gelder mehr bekommen sollten. Der Grosse Rat lehnte den Vorstoss ab.

Nun geht die Diskussion in die nächste Runde. Patrick Hafner, SVP-Grossrat und Präsident der Finanzkommission, sagt: «Meine persönliche Haltung ist, dass ein solcher Dachverein ohne Unterstützung der Basis sicher keine Gelder mehr bekommen sollte.» In den nächsten drei Wochen entscheidet die Finanzkommission, ob die Quartierkoordination weiterhin finanziell
vom Kanton unterstützt wird. Der Dachverein erhält 70'000 Franken vom Kanton sowie 30'000 Franken von der Christoph Merian Stiftung. «Ich gehe davon aus, dass wir die staatliche Unterstützung diskutieren werden», sagt Hafner.