Wahlumfrage

Herrliberg, Velorution und der Conradin-Effekt: Wahlpodium lieferte heisse Diskussionen

Die Basler Regierungs- und Grossratskandidaten kreuzten im Ackermannshof die Klingen. Dabei gab es einige pointierte Voten zu hören.

Mark Walther
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Wahlpodium: Christian Degen, Chefredaktor der "Tageswoche" und David Sieber, bz-Chefredktor, begrüssen die Gäste.
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Podium Wahlumfrage
Wahlpodium
Wer hat die Nase vorn? Das Podium zu den Wahlumfrage-Ergebnissen Das gesamte Podium vom 08.09.2016 in voller Länge. 
Wahlpodium
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Wahlpodium: Katja Christ (GLP) bei Speeddate mit Martina Rutschmann.
Wahlpodium: Beim Speeddate hatten die Politiker drei Minuten Zeit Fragen zu beantworten.
Wahlpodium: Die bz-Redaktoren Martina Rutschmann und Benjamin Rosch nahmen die Parteienvertreten in die Mangel.
Wahlpodium: Patricia von Falkensteine steht Red und Anwort beim Speeddate mit Benjamin Rosch.
Wahlpodium: Brigitte Hollinger beim Speeddate mit Martina Rutschmann.
Wahlpodium: Joël Thüring (SVP) stand gleich zweimal auf dem Podium. Hier beim Speeddate.
Wahlpodium: Andrea Strahm (CVP)
Wahlpodium: Tonja Zürcher (Basta)
Wahlpodium: Harald Friedl (Grüne) beim Speeddate.
Wahlpodium: Beat Fischer
Wahlpodium: David Sieber
Wahlpodium: David Sieber und Christian Degen

Wahlpodium: Christian Degen, Chefredaktor der "Tageswoche" und David Sieber, bz-Chefredktor, begrüssen die Gäste.

Nicole Nars-Zimmer

Mit ihrem Wahlpodium haben die bz und die "Tageswoche" am Donnerstagabend im Ackermannshof die heisse Phase des Wahlkampfs eingeläutet. Nachdem Umfragemeister Michael Herrmann die Umfrageergebnisse und den Sorgenbarometer präsentiert hatte, kreuzten Regierungs- und Grossratskandidaten und städtische Parteigrössen auf dem Diskussionsparkett die Klinge.

Vor etwas mehr als 100 Gästen kam der Schlagabtausch in der Runde zu den Regierungsratswahlen sofort in Fahrt. Hans-Peter Wessels (SP) warf im ersten Votum eine verbale Granate in Richtung SVP-Vertreter Joël Thüring, der im bürgerlichen Quartett den abwesenden Lorenz Nägelin ersetzte - um kurz darauf mit Martina Bernasconi (GLP) den Platz zu tauschen, damit sie am Rand der Diskussionsrunde nicht vergessen gehe, was laut ihren Aussagen im bisherigen Wahlkampf teils der Fall war.

In der Folge versuchte das Bündnis aus SP, Basta, Grünem Bündnis und GLP die Einigkeit des Vierertickets infrage zu stellen und selbst gemeinsame Werte hervorzuheben. Die Bürgerlichen ihrerseits wiesen darauf hin, dass längst nicht alle positiven Entwicklungen in Basel Rot-Grün zu verdanken seien. Lukas Engelberger (CVP) erntete den ersten Applaus des Abends für die Aussage, die Gesundheits- und die Polizeipolitik sei das Verdienst der Bürgerlichen.

Im weiteren Programm mussten diverse Politiker im 3-Minuten-Speeddate mit bz-Moderatorin Martina Rutschmann und bz-Moderator Benjamin Rosch ihre Festigkeit in diversen Dossiers beweisen.

So kämpfte etwa Andreas Zappalà, Fraktionspräsident der FDP, gegen das Image seiner Partei als Ein-Themen-Partei an, die sich nur um den Verkehr kümmert. Auf das Verhältnis zur LDP und dessen Erstarken angesprochen, sagte Zappalà: "Die LDP profitiert momentan vom Conradin-Effekt", in Anlehnung an Regierungsratskandidat Conradin Cramer, der in der Wahlumfrage bei den Regierungsratswahlen auf Platz zwei landete.

LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein war im nächsten Speeddating "ein bisschen besorgt" ob des gar guten Resultats in ebendieser Wahlumfrage. "Hoffentlich ist es dann auch am 23. Oktober noch so gut", sagte von Falkenstein.

Auf die von grüner Seite angekündigte "Velorution" angesprochen, nannte Harald Friedl, Co-Präsident der Grünen, unter anderem den Veloring, mit dem die Basler Velofahrer mehr Vortritt im Verkehr erhalten sollen. Andere Themenvorschläge kamen von Friedl nicht, der sich indes sicher war, den Wähleranteil im Vergleich zu den letzten Wahlen halten zu können.

Derweil liess sich SVP-Grossrat Joel Thüring zur wenig romantischen Aussage verlocken, man gewinne in Basel wohl eher an Wähleranteil, wenn man in Herrliberg jemanden wütend mache - ein saftiger Seitenhieb an SVP-Übervater Christoph Blocher, der immer wieder gegen SVP-Basel-Präsident Sebastian Frehner schiesst.

"Enttäuscht" von der ersten Wahlumfrage zeigte sich SP-Präsidentin Brigitte Hollinger im letzten Speeddate. Sie sei aber überzeugt, ihr Wackelkandidat im Regierungsratsrennen, Baudirektor Hans-Peter Wessels, werde noch zulegen. Ausserdem ortete sie Defizite in der Kommunikation: "Wir müssen viel mehr zeigen, was wir Gutes für Basel tun."