Gastro-Gesetz
Kein Fähigkeitsausweis: Basler Wirteverband warnt vor Beizen-Stümper

Keine Grüsel in der Küche, keine Dilettanten in der Szene: Der Basler Wirteverband wehrt sich gegen den Vorschlag der Basler Regierung, im Gesetz künftig auf den Fähigkeitsausweis zu verzichten.

Nicolas Drechsler
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Der Wirteverband Basel-Stadt will Profis in der Gastro.

Der Wirteverband Basel-Stadt will Profis in der Gastro.

Kenneth Nars

Der Basler Wirteverband will nicht auf den Fähigkeitsausweis für Wirte verzichten. Dieser sei die beste Variante «einen minimalen Qualitätsstandard im Gastgewerbe sicherzustellen». Das schreibt der Verband in seiner Stellungnahme zum Entwurf der Regierung für ein neues Gastgewerbegesetz (GGG).

Beim Fähigkeitsausweis halte es sich um eine präventive Massnahme. Es sei widersinnig, wenn man den Wirten kleinliche Vorschriften aller Art mache, aber «selbst völlig unqualifizierten Leuten» die Möglichkeit eröffne, Gäste zu bewirten. Handkehrum fordern aber auch die Wirte, die Prüfung anders zu gestalten, beispielsweise durch eine Reduktion von drei auf zwei Prüfungsfächer.

Es sei grundsätzlich sinnvoll, das Gesetz nach überflüssigen Vorschriften zu durchsuchen, aber man sei am falschen Ort fündig geworden. Denn der Fähigkeitsausweis ist nicht das Einzige, das die Wirte lieber beibehalten würden. Sie haben auch kein Verständnis für die Aufhebung der Bewilligungspflicht für sogenannte «Bagatellwirtschaften» unter 80 Quadratmeter Fläche.

Gegen den Festgarnitur-Trick

Damit will die Regierung beispielsweise Besitzern von Lebensmittelläden ermöglichen, ein paar Tische aufzustellen, an denen Waren direkt vor Ort konsumiert werden können. Diese Aufhebung sei falsch. «Andere Kantone wie Baselland haben hier bessere Lösungen gefunden», lässt sich Verbandsdirektor Maurus Ebneter zitieren.

Positiv zu werten sei dagegen die Aufhebung der Wohnsitzpflicht und der Anwesenheitspflicht für Wirte. Bis anhin verlangt das Gesetz, dass sich der Bewilligungsinhaber während der Zeiten mit hohem Besucheraufkommen und den Zeiten, in denen es zu Problemen kommen könnte, vor Ort aufhalte. Der Wirteverband ist erfreut über den geplanten Verzicht hierauf. Denn so könnte ein Bewilligungsinhaber an mehreren Orten wirten.