Klima

Mehr Grün, weniger Grau: Stadtklima-Initianten wollen Grünflächen statt Asphalt

Der Verein Umverkehr will, dass in Basel-Stadt jedes Jahr ein Prozent der Strassenfläche abgebaut wird. Grund dafür ist der Klimawandel. Unter dem Motto «Bäume statt Asphalt» soll es in Basel weniger Grau, dafür mehr Grün haben.

Olivia Fierz
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Zwei Stadtklima-Initiativen der Umweltorganisation Umverkehr fordern pro Jahr ein Prozent weniger Strassenfläche.

Zwei Stadtklima-Initiativen der Umweltorganisation Umverkehr fordern pro Jahr ein Prozent weniger Strassenfläche.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

«Wir müssen uns mit den Folgen der Klimakatastrophe auseinandersetzen», sagt Jean-Luc Perret, Grossrat der SP. Der Klimawandel sei so weit fortgeschritten, dass der Klimaschutz allein nicht mehr ausreiche, fügt Silas Hobi, Geschäftsleiter des Vereins Umverkehr, hinzu. Es brauche mehr. Deshalb hat der Verein Umverkehr gemeinsam mit rot-grünen Politikerinnen und Politikern die beiden Stadtklima-Initiativen lanciert.

Die Zukunftsinitiative fordert, dass Strassenflächen zu Fuss- und Velowegen umgewandelt werden und mehr Platz für den öV geschafft wird. Die Gute-Luft-Initiative will unter dem Motto «Bäume statt Asphalt» mehr Grünflächen in die Stadt bringen. Konkret soll in den nächsten zehn Jahren jährlich ein Prozent der Strassenfläche abgebaut werden.

Bis zu einem Monat Tropennächte am Stück

Diese Massnahmen in der Stadtplanung sollen nicht nur das Klima und die Umwelt schützen, sondern dazu dienen, mit den Konsequenzen des Klimawandels besser leben zu können. Mitinitiantin und Basta-Grossrätin Tonja Zürcher verwies an der gestrigen Medienkonferenz auf eine Studie des Bundes, die besagt, dass es im sommerlichen Basel bis 2060 regelmässig bis zu einem Monat am Stück Tropennächte geben werde. Wegen der zunehmenden Hitze nehme ausserdem das Sterberisiko von älteren Menschen zu, so Perret.

«Bäume wirken wie Klimaanlagen», sagt Zürcher, mit mehr Grünfläche in der Stadt reduziere man die Hitze. Ausserdem werde mit mehr Fuss- und Velofläche weniger CO2 ausgestossen. Gleichzeitig würden die Autos als grösster CO2-Emittent eingeschränkt, so Hobi. Während der Veloverkehr in den letzten Jahren zugenommen habe, besässen ohnehin immer weniger Menschen ein Auto, sagt Christoph Wydler vom Verkehrs-Club der Schweiz.

Die Initiantinnen und Initianten dürfen zuversichtlich sein: Fast ein Drittel der geforderten 3000 Unterschriften wurde bereits gesammelt.