Mein Leben im Dreiland
Drei Blicke auf den Rhein

38 Museen am Oberrhein nehmen ab Herbst an einer grossen Ausstellungsreihe über den Rhein teil.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Der Isteiner Klotz, wie er vor der Rheinbegradigung durch Tulla aussah.

Der Isteiner Klotz, wie er vor der Rheinbegradigung durch Tulla aussah.

Zvg

In diesem Herbst beginnt am Oberrhein eine grosse Ausstellungsreihe über den Rhein, an der sich 38 Museen beteiligen. Initiator ist das Netzwerk Museen, in dem die Museen sich zusammengeschlossen haben, koordiniert wird sie vom Lörracher Dreiländermuseum.

Für Frankreich ist der Rhein nur die Landesgrenze

Museumsleiter Markus Moehring hat festgestellt, dass es in den drei Ländern unterschiedliche Blicke auf den Fluss gibt. «In Deutschland spricht man vom Vater Rhein, er ist romantisch verklärt. In Frankreich stellt er hingegen das Ende des Landes und seine natürliche Begrenzung dar. Emotionen kommen da kaum ins Spiel.» Auch deutsche Begriffe wie Niederrhein, Mittelrhein, Hoch- oder Oberrhein seien nicht üblich.

Für die Schweiz sei der Rhein ihr grösster Fluss. «Dreiviertel des Landes wird über den Rhein entwässert und er entspringt auch in der Schweiz. Die Aare ist der wasserreichste Nebenfluss der Schweiz.»

Die Ausstellungsreihe dauert bis zum Sommer 2023. Die Schirmherrschaft hat der Basler Regierungspräsident Beat Jans als Präsident der Oberrheinkonferenz übernommen. 27 Themen werden behandelt: Es geht um die Veränderung der Rheinlandschaft vor und nach der Begradigung durch Tulla, um Natur, Kultur, Geschichte und Stromerzeugung.

Der Rhein als wichtige Handelsroute wird im Antikenmuseum thematisiert

In Basel thematisiert das Antikenmuseum den Rhein als wichtige Handelsroute, in Birsfelden geht es um den Bau des Kraftwerks von 1950 bis 1955 und wie dadurch eine Insel entsteht, das Hafenmuseum widmet sich den Weidlingen – nur drei von vielen Beispielen. Die Überblicksausstellung wird im Dreiländermuseum zu sehen sein.

Das Netzwerk Museen besteht seit zehn Jahren, kommt zu regelmässigen Tagungen zusammen und wird im Rahmen von Interreg offiziell unterstützt. Es hat bereits zwei grosse Ausstellungsreihen auf die Beine gestellt. 2014 wurden die unterschiedlichen Blickwinkel auf den Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 thematisiert, vor vier Jahren ging es um die Zeitenwende 1918/1919. Die Reihe über den Rhein ist diejenige mit den bisher meisten Teilnehmern.

Offiziell vorgestellt wird sie Ende September in Mannheim, es folgen wenig später Anlässe in Basel und Mulhouse.