Lebensmittel

Nach dem Lockdown kommen Feinschmecker im Schwarzbubenland auf ihre Kosten

Die Coronakrise schadet auch regionalen Produzenten. An den Genusstagen Schwarzbubenland können sie sich wieder präsentieren.

Dimitri Hofer
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Auf dem Bauernhof von Josef Vögtli in Hochwald hat die Bevölkerung die Möglichkeit, Lebensmittel aus der Region zu entdecken.

Auf dem Bauernhof von Josef Vögtli in Hochwald hat die Bevölkerung die Möglichkeit, Lebensmittel aus der Region zu entdecken.

zVg

Derzeit haben es Lebensmittelproduzenten aus der Region nicht leicht: Veranstaltungen, an denen sie ihre Erzeugnisse anbieten können, sind abgesagt. In diesen Zeiten dürfte sich der eine oder die andere den Herbst herbeiwünschen. Nach den Genusswochen in beiden Basel im September gehen am Wochenende vom 10. und 11. Oktober die ersten Genusstage Schwarzbubenland über die Bühne.

Auf dem Bauernhof von Josef Vögtli in Hochwald können sich Produzenten präsentieren. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit, die Lebensmittel aus der Region «zu entdecken, zu probieren und zu erwerben», sagt Thomas Boillat, der für die Wirtschaftsförderung beim Forum Schwarzbubenland zuständig ist. Die Organisation ist Initiantin der Genusstage Schwarzbubenland.

Die Veranstalter legen grossen Wert auf Regionalität. Um teilnehmen zu können, müssen die Aussteller bestätigen, dass ihre Produkte «in einer wiederkehrenden Produktion im Schwarzbubenland selber hergestellt werden». Die Produzenten dürfen höchstens drei Lebensmittel anbieten. Ein Dorflädeli mit dem ganzen Sortiment wolle man nicht, so Boillat. In einem gemeinsamen Essbereich können die Besucherinnen und Besucher die Produkte konsumieren. Für die Kinder sind Attraktionen mit Bezug zur regionalen Landwirtschaft geplant.

Anbieter können sich derzeit für die Genusstage Schwarzbubenland anmelden. «Ziel sind 20
bis 30 Aussteller», sagt Thomas Boillat. Drei Betriebe haben schon zugesagt: die Brauerei Chastelbach in Himmelried, Mathis Fleisch und Feinkost in Dornach und der Hofladen Schönmatt in Gempen.

Um weitere Standbetreiber zu gewinnen, hat das Forum Schwarzbubenland in den kommenden Wochen vor, Anbieter direkt anzugehen. An möglichen Interessenten mangelt es nicht: In den 23 Gemeinden des Dorneck-Thierstein existieren zahlreiche lokale Produzenten.

Zebu-Salami aus dem Schwarzbubenland

Josef Vögtli, auf dessen Hof die Genusstage stattfinden, nutzt das Wochenende dazu, den Besuchern seine Arbeit näherzubringen. Der Bauernhof des 42-Jährigen ist wohl einer der nachhaltigsten Landwirtschaftsbetriebe des Schwarzbubenlands. Auf dem Dach eines Freilaufstalls wurde eine riesige
Solaranlage montiert. Zudem befindet sich auf dem Hof eine Biogasanlage. Mit diesen Einrichtungen könnte Vögtli das ganze Dorf mit Strom versorgen.

Der Bauer wird aber auch die Gelegenheit beim Schopf packen, um auf seine speziellen Erzeugnisse aufmerksam zu machen. Als eine Art Hobby ne-ben der dominierenden Milchwirtschaft hält er Zebus, eine aus Indien stammende Rinderrasse. Josef Vögtli sagt: «Wir möchten im Oktober zeigen, wie schön das Schwarzbubenland ist und wie viele innovative Produzenten es hier gibt.»