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Mehr Labels braucht die Stadt

«Bio-Stadt», «Reformationsstadt Europas» oder «Fair Trade Town» – Basel-Stadt setzt sich engagiert für die verschiedensten Auszeichnungen ein. Wie nötig ist diese Selbstbefeierung?

Christian Mensch
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Die Stadt Basel erhielt die internationale Auszeichnung für Städte, in denen sich verschiedene Player gemeinsam für nachhaltigen Konsum einsetzen.

Die Stadt Basel erhielt die internationale Auszeichnung für Städte, in denen sich verschiedene Player gemeinsam für nachhaltigen Konsum einsetzen.

fairtradetown.ch

Immerhin: Basel-Stadt wurde zwar schnöde aus dem Wettbewerb eliminiert, zur «European Green City» zu werden, doch nun darf sie sich stolz «Fair Trade Town» nennen, was am Samstag in der Markthalle in einer Selbstbefeierung gewürdigt wird.

Die Auszeichnung ist ein weiterer Schritt, sich in jedem Lebens- und Verwaltungsbereich nicht nur auf die Seite der Guten zu stellen, sondern sich dies auch per Label bestätigen zu lassen. Basel ist auf dem Weg schon ein gutes Stück vorangekommen. Schliesslich trägt sie die Auszeichnungen für «No Littering» sowie «Friendly Work Space» und ist selbstredend als «Energiestadt» zertifiziert. Sie erfüllt die Kriterien «kinderfreundliche Gemeinde» und hat die Auszeichnung «Reformationsstadt Europas».

Ein Wermutstropfen war, dass ihr nur das Silber-Label «Grünstadt» verliehen wurde und sie sich daraufhin – wohl aus Trotz – nicht um das «Knospen»-Label bewarb. Dafür erwägt sie nun ein eigenes «Bio-Stadt»-Label für nachhaltige Ernährung. Es sollte dabei nicht vergessen geraten, dass der Basler Wald das PEFC™-Label trägt und die Kehrichtabfuhr von «SwicoRecycling» ausgezeichnet wurde. Nach neuesten Anstrengungen trägt die Kirche Elisabethen zudem das Label «Swiss-LGBTI».

Wer sich in dieser Stadt noch keinen Wimpel ans Revers hat heften lassen, sollte sich ernsthaft fragen, was er oder sie wohl falsch macht.

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