Departementswahlen
Rechtsextreme punkten im Oberelsass - Linke haben keine Chance

Die konservative UMP hat nach Hochrechnungen die erste Runde der französischen Départementswahlen klar gewonnen. Im Oberelsass liegen jedoch die Rechtsextremisten in vier Wahlkreisen vor den Bürgerlichen – die Linke fliegt im Südelsass überall raus.

Peter Schenk
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Marine Le Pen auf Wahlkampftour für ihren Front National auf dem Land.

Marine Le Pen auf Wahlkampftour für ihren Front National auf dem Land.

David Vincent/Keystone

Auf gerade noch 13,2 Prozent kam die regierende sozialistische Partei vergangenen Sonntag beim ersten Wahlgang der Departementswahlen im oberelsässischen Departement Haut-Rhin. Damit fliegen aller Wahrscheinlichkeit nach alle bisherigen neun Linken, gemässigt Linken oder Grünen aus dem Parlament in Colmar.

Bisher lediglich eine Entscheidung

Von den 17 Wahlkreisen im Haut-Rhin, in denen erstmals Paare aus einem männlichen Politiker und einer weiblichen Politikerin antreten mussten, fiel lediglich in einem am Sonntag bereits eine Entscheidung. In den übrigen kommt es am
29. März zu einem zweiten Wahlgang zwischen Bürgerlichen und Vertretern des rechtsextremen Front National. Einzige Ausnahme ist der Wahlkreis Sainte-Marie-aux-Mines, wo es dem grünen Maire von Kaysersberg, Henri Stoll, gelang, sich als drittes Kandidatenduo mit einer Sozialistin zu halten. Da er allerdings knapp hinter dem Front National und zehn Prozentpunkte hinter den Bürgerlichen liegt, ist ein Wahlsieg so gut wie auszuschliessen.

Insgesamt kamen die Bürgerlichen im Haut-Rhin auf 41,6 Prozent und lagen damit immerhin elf Prozent vor dem Front National mit 30,6 Prozent. Nichtsdestotrotz liegen die Rechtsextremisten in vier Wahlkreisen vor den Bürgerlichen. Am eindrücklichsten ist das Ergebnis des Front National mit 39,4 Prozent im Wahlkreis Wittenheim, einer alten Arbeiterregion nördlich von Mulhouse, wo früher im Untertagebau Kali abgebaut wurde. Die Zweitplatzierten liegen über 14 Prozentpunkte hinter dem Front National.

Es fehlten nur wenige Stimmen

In Colmar, wo es zwei Duelle zwischen Bürgerlichen und Front National geben wird, scheiterte das bürgerliche Duo Erich Straumann/Brigitte Klinkert nur mit wenigen Stimmen am Wahlsieg, für den man die Stimmen von mindestens
25 Prozent der eingeschriebenen Wähler benötigt. Für die Sozialisten ist insbesondere das schlechte Abschneiden in der ehemaligen Industriestadt Mulhouse bitter, von der sie bisher regelmässig Abgeordnete nach Colmar schickten. Gegenüber den Bürgermeisterwahlen von vor einem Jahr hat der Front National hier um zehn Prozent zugelegt. In allen drei Wahlkreisen wurde die Linke auf den dritten Platz verwiesen und kann, da sie dafür nicht genügend Stimmen erhielt, am kommenden Sonntag nicht mehr antreten. In einem Wahlkreis lagen die Rechtsextremisten mit 35,2 Prozent sogar deutlich vor den Bürgerlichen, welche 29 Prozent erzielten.

Einziger Lichtblick war für die Linke das Abschneiden in Strassburg. Sie verlor zwar die ehemals sozialistischen Wahlkreise Schiltigheim und Illkirch, die direkten neben Strassburg liegen, können aber aufgrund guter Ergebnissen in allen sechs städtischen Wahlkreisen wieder antreten. In vier davon können sie sich zudem, da sie jeweils deutlich an der Spitze lagen, Hoffnungen machen, am nächsten Sonntag gewählt zu werden.

Einen Achtungserfolg erzielt die regionalistische Partei Unser Land im Oberelsass. Sie engagiert sich gegen die Fusion des Elsass mit den Regionen Lothringen und Champagne-Ardenne und kam immerhin auf 8 bis 24 Prozent der Stimmen. In Saint-Louis fehlten ihr mit 24,4 Prozent lediglich 24 Stimmen, um im zweiten Wahlgang erneut antreten zu können. Im Wahlkreis Masevaux kam sie wie auch in Guebwiller auf 17,6 Prozent.

Grosser Vorsprung in Saint-Louis

Im Wahlkreis Saint-Louis erzielte das bürgerliche Duo Max Delmond, Maire von Folgensbourg, und Pascale Schmidiger, Regionalrätin und Beigeordnete in Saint-Louis, 40,5 Prozent. Sie dürften aller Wahrscheinlichkeit nach keine Mühe haben, ihren Vorsprung von 16 Prozentpunkten gegenüber dem Front National (24,5 Prozent) zu behaupten.