Schulstart

Rund 1500 Kinder meisterten gestern ihren ersten Schultag – Die stolzen Gesichter ihrer Eltern blieben hinter Masken verborgen

Seit gestern sind die Klassenzimmer wieder voll. Aber wie vorgehen? Nun sei es sehr wichtig, die Schutzmassnahmen konsequent einzuhalten, um eine wiederholte Schliessung der Schulen zu vermeiden, sagte Erziehungsdirektor Conradin Cramer. Der neue Leiter Volksschulen Urs Bucher stellte den Medien seine thematischen Schwerpunkte vor.

Helena Krauser
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Erster Schultag Primarschule Theodor, Basel-Stadt
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Rund 1500 Primarschülerinnen und -schüler hatten heute im Theodorschulhaus ihren ersten Schultag.
Empfangen wurden sie unter anderem vom Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer.
Für die Eltern, die ihre Kinder begleiteten, galt Maskenpflicht.
Erster Schultag Primarschule Theodor, Basel-Stadt
Eine Lehrperson hält ihren neuen Schülerinnen und Schülern die Tür zum Klassenzimmer auf.
Abstandsregeln gab es für die Neulinge keine, jedoch gelten auch für sie spezielle Hygienevorschriften.

Erster Schultag Primarschule Theodor, Basel-Stadt

Nicole Nars-Zimmer

Rund 70 aufgeregte Erstklässlerinnen und Erstklässler versammelten sich gestern mit ihren Eltern vor dem Schulhaus der Primarstufe Theodor. Die Kinder trugen stolz ihre Schulsäcke auf dem Rücken, die Eltern mussten Masken tragen. Auf der anderen Seite des Platzes stellten sich die Dritt- und Viertklässler auf. Zur Begrüssung sangen sie «Hey, Hello, Bonjour, Guten Tag». Die neuen Schülerinnen und Schüler hörten den älteren Kindern staunend zu. Ein Mädchen klatscht freudig im Rhythmus der Musik mit und blickt dabei stolz zu ihrer Mutter. Diese nickt ihr aufmunternd zu. Ein Lächeln kann sie ihrer Tochter wegen der Maske aber nicht schenken.

Schulleitung versucht Sicherheit auszustrahlen

Die Coronaschutzmassnahmen dominieren auch die Ansprache des Regierungsrats und Vorsteher des Erziehungsdepartements, Conradin Cramer: «Wenn wir uns ansehen, merken wir sofort, dass dieser erste Schultag nicht ganz normal abläuft.» Trotz diesen besonderen Umständen, würde aber die Freude darüber, dass der Anlass überhaupt stattfinden kann überwiegen. Vor den Medien sagt Cramer, es wäre dramatisch gewesen, hätte der Fernunterricht weitergeführt werden müssen. Nun sei es sehr wichtig die Schutzmassnahmen diszipliniert einzuhalten, um zu vermeiden, dass die Schulen wieder schliessen müssen. «Wir müssen langfristig dran bleiben, denn so schnell wird diese besondere Situation nicht vorbeigehen», sagt Conradin Cramer.

Die Schulleiterin der Primarstufe Theodor, Beatrice Regli betont , wie wichtig unter diesen Umständen der enge Kontakt bei der Zusammenarbeit sei. Die Lehrerinnen und Lehrer würden immer wieder vor Herausforderungen und Ungewissheiten stehen. «Wir als Leitung versuchen deshalb möglichst viel Sicherheit auszustrahlen.» Allerdings müssten die Lehrpersonen selbst entscheiden welche Massnahmen sie wie umsetzten. «Die Rahmenbedingungen sind klar abgesteckt. Die Lehrerin einer sechsten Klasse setzt die Massnahmen aber natürlich anders um als der Klassenlehrer einer 1. Klasse», sagt Regli. Auch zwischen den neuen Erstklässlern sei der Zusammenhalt wichtig, erzählt die Schulleiterin und präsentiert ein buntes Bild von Kindern, die sich an den Händen halten. Nach ihren Worten umarmen sich zwei Buben in der ersten Reihe.

Nicht nur für die Erstklässler, auch für alle anderen Schülerinnen und Schüler begann gestern wieder der Schulalltag. Insgesamt starteten in Basel-Stadt rund 26000 Schülerinnen und Schüler ins neue Schuljahr. Viele von ihnen fanden ihr Schulhaus nicht wie gewohnt vor. Über 400 Klassenzimmer im ganzen Kanton wurden neu konzipiert. Um den Sicherheitsabstand einhalten zu können, wurden sämtliche nicht verankerte Möbel aus den Zimmern geräumt. Zum Teil stehen bereits Einzeltische parat, zum Teil werden diese bis zu den Herbstferien angeliefert. In solchen Fällen stünden temporäre Lösungen zur Verfügung, kommunizieren die Verantwortlichen.

Ein Blick auf die Schülerstatistik bestätigt den Trend der vergangenen Jahre. Weil die Bevölkerung des Kantons weiter wächst, steigen ach die Schülerzahlen. Die Gymnasialquote ist gemäss dem erklärten Ziel des Erziehungsdepartements weiter gesunken. Neu liegt sie nur noch bei 34,5 Prozent.

Neuer Leiter der Volksschulen

Am 1. August hat Urs Bucher die Leitung der Volksschulen im Kanton Basel-Stadt übernommen. Er tritt damit die Nachfolge von Dieter Baur an, der zum Ende des Schuljahrs in Pension geht. Der 54- Jährige war zuvor Vorsteher des Amts für Volksschulen und Sport des Kantons Schwyz. Er ist Mitglied im Koordinationsstab zur Harmonisierung der Volksschulen und war vier Jahre lang Direktor der Schweizer Schule in Madrid.

Als wichtigste Punkte seiner Agenda nennt Bucher die Digitalisierung der Schulen, die er mit Hochdruck verfolgen wolle, die «schwierige Aufgabe» der integrativen Schule und die Verbesserung der Schulqualität, um künftig bei der nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen besser abzuschneiden. Basel-Stadt landete im vergangenen Jahr bei dem Vergleich zwischen den Kantonen in allen geprüften Fächern auf den letzten Plätzen.