Kindermode

«Sirup»: Eine Kunterbunte Vielfalt für Kinder

Praktisch erprobt, handgenäht und aus der Region, das sind die Markenzeichen von Mirjam Saltzmans «Sirup», dem etwas anderen Laden mit Kleidern und mehr für die Kleinsten am Basler Totentanz.

Annina Fischer
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Mirjam Saltzman in ihrem Kindermodeparadies «Sirup».

Mirjam Saltzman in ihrem Kindermodeparadies «Sirup».

Kenneth Nars

Der «Sirup» ist wie eine Wundertüte. Immer wieder findet man unerwartete Dinge. Wie beschreiben Sie selber den Laden?

Mirjam Saltzman: Er ist eine Plattform für Design, kleine Serien, Einzelstücke. Lustige, funktionierende Bekleidung für Kleinkinder und andere kleine Schätze, alles mit Liebe selber gemacht. Lätzchen, Schlaftiere, Täschchen, Nuggiketten und vieles mehr. Wundertüte trifft es eigentlich ganz gut, denn jeder Tag kann neue kleine, individuelle Serien hervorbringen, die die Designerinnen mir zeigen und ausstellen wollen.

Trotzdem kann man einen Schwerpunkt ausmachen: Die Hosen sind fast schon ein Markenzeichen.

Genau. Hosen sind unter anderem im Vordergrund. Farbig, fröhlich und immer mit grossen Bündchen oben und an den Beinen, sodass sie sehr lange mitwachsen können, bis zu über einem Jahr. Da merkt man, dass die Designerinnen Mütter sind, manche Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen. Alles ist praktisch und bei den eigenen Kindern schon lange erprobt (lacht). Man zahlt etwas mehr für die Handarbeit, aber hat auch eine längere Zeit Funktionalität. Die Hosen sind wirklich sehr beliebt.

Auch die Kindergartentäschli sind beliebt, wenn man etwas anderes haben will, wie alle anderen, mit Prinzessin Lillifee oder Angry Bird.

«Kindsgitäschli» sind tatsächlich auch führend im Sortiment. Daneben alle Applikationen, also bunte Stoffaufnäher in den Formen von Pilzen, Käferchen, Erdbeeren, Sternen und anderen Motiven, mit denen man Kleider individuell verzieren und gestalten kann.

Und hier sehe ich noch farbige, zusammenrollbare Etuis mit Farbstiften und kleiner Schere.

Zur Person

Mirjam Saltzman (33) ist in Solothurn aufgewachsen und kam für die Ausbildung zur Textildesignerin nach Basel. Nach ersten Berufserfahrungen ist sie viel gereist und hat in der Gastronomie gearbeitet – in einer leitenden Funktion, wo sie sich Buchhaltungswissen aneignen konnte, das sie heute als Geschäftsführerin nutzt. Sie hat zwei Kinder (5 und 10).

Wie entstand die Idee zu «Sirup»?

Im Dezember 2010 habe ich den Laden gegründet, damals noch mit zwei anderen Frauen. Wir haben einfach alle in der Stadt für unsere Kinder nicht richtig tolle Sachen gefunden. Dann war die erste Idee, einen Laden für gute Secondhand-Kinderkleider aufzuziehen. So haben wir angefangen. Neues Design kam erst nach und nach. Heute rückt der Secondhand-Teil aber immer mehr in den Hintergrund.

Wie kam diese Entwicklung?

Zum einen sehe ich, dass Mütter sehr gut organisiert sind und gute Kleider auch untereinander tauschen. Ausserdem wird sehr viel über Ebay gehandelt, auch in diesem Segment. Der neue Schwerpunkt im Laden hat aber zudem mit dem Standort zu tun. Angefangen haben wir im Kleinbasel, nach einem Jahr ist dieses kleine Lokal am Totentanz frei geworden, das war wie ein Wink des Schicksals. Der Standort hier ist viel besser, aber die Ladenfläche ist so klein, dass man einen Schwerpunkt setzen musste. Und schnell war klar: mehr Design und dafür eine kleinere Auswahl Second-hand.

Wie viele Labels zeigt der Laden?

Es gab eine Zeit, da hatte ich fast vierzig Designer. Das hat sich aber verändert, es sind jetzt weniger. Es muss jeder Designer eine ganz kleine Miete zahlen, damit er hier ausstellen kann, 20 Franken im Monat. Das ist nicht viel, aber es muss sich jemand dann eben zweimal überlegen, ob er hier wirklich ausstellen möchte. Wenn ein Designer nur ein Produkt anbietet, dann lohnt sich das eher nicht. Wenn jemand aber ein paar verschiedene Sachen anbieten kann, dann ist diese «Miete» für diese Person nicht spürbar. Das soll also keine Schikane sein, es ist auf diesem kleinen Raum einfach sinnvoll, es so zu lösen. Aber ich nehme auch immer wieder neue kleine Serien auf und dann sieht man, wie es läuft. Es ist alles sehr familiär.

Sind Designer von Kindermode eigentlich ausschliesslich Frauen?

Es sind alles Frauen, ja. Mütter, die selber gesehen haben, was praktisch ist, was sich bewährt. Es fängt bei den meisten beim ersten Kind an. Und wenn man ein Händchen hat, fängt man an zu nähen und erprobt das über mehrere Jahre, viele haben zwei oder drei Kinder. Manche sind «Hausfrauen», aber auch Lehrerinnen oder Kindergärtnerinnen, die überlegen, was eine geschickte Hose ist, die nicht immer den Po runter rutscht und so weiter. Ein paar der Frauen entwickeln immer mehr Serien und sind inzwischen richtige kleine Firmen geworden.

Ganz ehrlich, kann man von so einem Laden leben?

Nein, das kann man nicht. Der Laden amortisiert sich immer, das ist schön. Aber es ist eine Liebhaberei und Herzblut. Viel liegen bleibt da nicht.