öV-Studie
So bewegen sich die Grenzgänger im Dreiland

Eine Studie zeigt, wie sich Grenzgänger im Dreiland bewegen. Mit den Ergebnissen soll das öV- und Park&Ride-Angebot verbessert werden.

Boris Burkhardt
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Patrick Gantenbein war selbst ein wenig überrascht vom Ergebnis der Studie: 2400 Autos überqueren in der Spitze (7 bis 8 Uhr) den Autobahnzoll Saint-Louis Richtung Schweiz; das sind weit mehr als in Weil am Rhein mit deren nur 1700. «Bisher bezeichneten wir den Weiler Zoll als den ‹grossen› und Saint-Louis als den ‹kleinen›», erklärte der Sprecher des Basler Zolls und des Grenzwachtkorps an der gestrigen Pressekonferenz; «jetzt müssen wir das wohl ändern».

Nicht zuletzt, weil sich die Basler Grenzwächter von den «zoll- und grenzpolizeilich relevanten» Ergebnissen einen eigenen Vorteil versprechen, unterstützten sie tatkräftig die Studie des Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB) über die grenzüberschreitende Mobilität im Dreiländereck. Anhand der Studienergebnisse will der TEB in Zukunft an neuralgischen Punkten den öV und die Park&Ride-Plätze in der Region stärken.

150000 Grenzübertritte am Tag

Im vergangenen März und April befragten die TEB-Beauftragten an 56 Grenzübergängen zwischen Allschwil und Laufenburg rund 15400 Autofahrer, öV-Nutzer, Velofahrer und Fussgänger. An den grossen Übergängen halfen ihnen die Grenzwächter dabei und winkten die Verkehrsteilnehmer entsprechend zur Seite. Die Quote derer, die Antworten verweigerten, sei relativ tief gewesen, berichtete Gantenbein: «Offensichtlich hatte der Staatsvertreter in der Nähe einen positiven Einfluss auf die Bereitschaft, Auskunft zu geben.»

Den grossen Verkehrsstrom über den Autobahnzoll Saint-Louis erklärt sich Gantenbein mit der unmittelbaren Nähe eines «grossen Arbeitgebers aus der Pharmaziebranche». Deshalb seien es durchaus auch deutsche Grenzgänger, die über das Elsass in die Schweiz fahren.

Zu den Gesamtbewegungen aus Deutschland und Frankreich in die Schweiz sagt Gantenbein: «Die Arbeit wird uns nicht ausgehen.» Insgesamt 150000 private Grenzübertritte am Tag in den Schweizer Teil des Dreiländerecks zählte der TEB, 58600 aus Deutschland, 34300 aus Frankreich und 57800 im Transit in die Innerschweiz. Der Lasterverkehr wurde nicht berücksichtigt. 2002 waren es insgesamt noch unter 100000 Personen.

Die Zählung erfolgte nur in eine Richtung, das heisst vereinfacht: Die deutschen Pharma-Angestellten wurden auf dem Hinweg gezählt, die Schweizer Einkaufstouristen auf dem Rückweg. Gefragt wurde nach Verkehrsmittel, Mitfahrern (beim Auto) Zielort und Zweck der Fahrt (Arbeit, Einkauf, Freizeit). Dieselben Angaben wurden parallel an badischen und elsässischen Telefonen erhoben. Als dritter Bestandteil der Studie wurde die Auslastung der vorhandenen P&R-Parkplätze entlang der Bahnlinien aller drei Länder untersucht.

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