Nachgefragt

SP-Präsident Pascal Pfister zur Kandidatur von Beat Jans: «Die Idee ist nicht erst gestern aufgekommen»

Der jetzige SP-Nationalrat Beat Jans schaffte den Sprung in den Basler Regierungsrat bereits im ersten Wahlgang. Nun hat ihn seine Partei für das Regierungspräsidium nominiert. Die bz sprach mit SP-Präsident Pascal Pfister über die Hintergründe dieser Entscheidung.

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SP-Präsident Pascal Pfister (l.) gibt sich optimistisch gegenüber der Kandidatur von Beat Jans.

SP-Präsident Pascal Pfister (l.) gibt sich optimistisch gegenüber der Kandidatur von Beat Jans.

Bilder: Kenneth Nars / Nicole Nars-Zimmer

Herr Pfister, wann fiel der Entscheid, Beat Jans als Kandidaten fürs Regierungspräsidium aufzustellen? Nach der Rücktrittsankündigung von Elisabeth Ackermann mussten Sie als Basler SP-Präsident wohl ziemlich schnell handeln.

Pascal Pfister: In einem Wahlkampf muss man sich verschiedene Szenarien zurechtlegen. Die Idee ist nicht erst gestern oder vorgestern entstanden. Nachdem das Worts-Case-Szenario eingetroffen ist, mussten wir aber doch noch Absprachen treffen.

Die Grünen waren auf dieses Szenario überhaupt nicht vorbereitet. Sie schienen völlig ratlos. War das nicht etwas naiv?

Ich denke schon, dass die Grünen auch das Szenario durchgegangen sind, das nun eingetroffen ist. Ich bin auch der Meinung, dass Ackermann mit diesem Wahlergebnis unter ihrem Wert verkauft wird. Was hier passiert ist, ist ein Schock für ihre Partei. Da kommt automatisch Hektik auf.

Ganz glücklich dürften Sie aber nicht sein. Jans hatte doch auf das Wirtschafts- , Sozial- und Umweltdepartement, das ihm auf den Leib geschneidert wäre, geschielt. Das Präsidialdepartement ist dahingegen ziemlich unbeliebt.

Die SP ist in Basel die grösste Partei. In jüngerer Vergangenheit gab es parteiintern vermehrt die Forderung, mehr Verantwortung zu übernehmen und uns für das Präsidialdepartement aufstellen. Mit Jans haben wir nun einen Teamplayer und eine Führungspersönlichkeit, die in der ganzen Schweiz vernetzt ist und diesem Amt den nötigen Raum geben kann.

Statt Ackermann haben die Grünen nun Heidi Mück nominiert, die als Basta-Politikerin weit linker politisiert als die SP. Unterstützen Sie diese Kandidatur nun zähneknirschend, um die rot-grüne Mehrheit in der Regierung zu wahren?

Wir kennen Heidi Mück schon lange. Es ist kein Geheimnis, dass sie in der einen oder anderen Frage eine andere Haltung hat als wir. Aber in den wichtigen Themenbereichen haben wir grosses Vertrauen in sie. Wichtig ist für uns auch, dass die Grünen beziehungsweise die Basta in der Regierung vertreten sind. Schliesslich sind sie nach der SP die zweitgrösste Kraft in der Regierung.