Tagung in Basel
Diskriminierung von Frauen: Ein Kampf gegen viele kleine Windräder

An einer öffentlichen Tagung des Schweizerischen Verbands für Frauenrechte sprach unter anderem Grossratspräsidentin Jo Vergeat darüber, wie die Benachteiligung von Frauen heute für sie aussieht.

Elodie Kolb
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Der Frauenstreik soll unter anderem auf Diskriminierungen aufmerksam machen.

Der Frauenstreik soll unter anderem auf Diskriminierungen aufmerksam machen.

Kenneth Nars

Unter dem Thema «Unsichtbare Stolpersteine für Frauen» lud der Schweizerische Verband für Frauenrechte am Samstag nach ihrer Delegiertenversammlung in Basel zu einer öffentlichen Tagung. Gesprochen haben laut Medienmitteilung fünf Fachfrauen zu Themen wie Raumgestaltung, Medizin, Statistik und deren Orientierung am Durchschnittsmann. Sowie den daraus resultierenden Folgen für Frauen.

Es dauert doppelt so lange, bis bei einer Frau ein Herzinfarkt behandelt wird

Jo Vergeat, Präsidentin des Basler Grossen Rats, habe in ihrem Grusswort die heutige politische Arbeit für Frauen mit einem Kampf gegen viele kleine Windräder verglichen – im Gegensatz dazu seien es früher vielmehr wenige grosse Windräder, wie etwa das fehlende Frauenstimmrecht, gewesen.

In den Vorträgen haben die Sprecherinnen auf die Benachteiligung von Frauen in den Bereichen aufmerksam gemacht. So führe die Orientierung der Medizin am Durchschnittsmann etwa dazu, dass es bei Frauen doppelt so lange dauert, bis bei ihnen ein Herzinfarkt behandelt wird, heisst es in der Mitteilung. Ständerätin Eva Herzog derweil machte auf die Vernachlässigung von Frauen bei der Datensammlung aufmerksam und eine weitere Sprecherin bemängelte, dass der Einsatz von Frauen in Krisen- und Kriegsgebieten unsichtbar sei.

Zudem seien Frauen bei der Planung des öffentlichen Raums nicht dabei und daher nicht präsent. Und Sarah Blum aus Neuenburg habe erläutert, dass eine weibliche Mehrheit im Parlament nicht reiche, um feministische Anliegen durchzusetzen.