Preisvergleich

U-Abo: Fällt die Flatrate für den ÖV, wirds teuer

Die bz hat berechnet, welche Auswirkungen eine Zonierung des U-Abos haben könnte: Billiger oder massiv teurer wären die Abopreise für den öffentlichen Verkehr, würden sie wie in anderen Verbünden der Leistung angepasst.

Samuel Hufschmid
Drucken
Teilen
Die aktuellen Zonen im TNW-Gebiet, wie sie für Einzelbillette gelten. In allen anderen Verkehrsverbünden gelten die Zonen auch fürs Abo.

Die aktuellen Zonen im TNW-Gebiet, wie sie für Einzelbillette gelten. In allen anderen Verkehrsverbünden gelten die Zonen auch fürs Abo.

Heute bezahlt ein Stadtbasler, der im St. Johann wohnt und mit dem Tram in die Innenstadt zur Arbeit fährt, jährlich 760 Franken. Sein Kollege aus Nenzlingen, der täglich zuerst mit dem Bus nach Zwingen, von dort mit der S-Bahn an den Bahnhof SBB und danach mit dem Tram in die Innenstadt fährt, bezahlt gleichviel – nämlich den regulären U-Abo-Preis von 760 Franken.

Würden die beiden statt in der Nordwestschweiz in der Region Zürich arbeiten und wohnen, würde der Städter ebenfalls rund 760 Franken bezahlen. Sein Kollege aus dem Umland hingegen, der täglich fünf Tarifzonen durchquert, müsste für sein Jahresabo tiefer in die Tasche greifen: Ein 5-Zonen-Abo des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) kostet nämlich 1809 Franken.

Dass die beiden Tarifsysteme durchaus vergleichbar sind, zeigt die Berechnung der bz (siehe Tabelle). Dort sind nämlich nebst den Zürcher Abo-Preisen auch die Preise für Zonen-Einzeltickets des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) und des ZVV aufgelistet – und diese beide entsprechen sich ziemlich genau.

TNW/ZVV/BZ

1860 Franken für Alle-Zonen-Abo

Setzt man also, mit einer gewissen Zurückhaltung, die aktuelle U-Abo-Flatrate von 760 Franken als Basispreis für ein 3-Zonen-Abo ein, ergäbe sich ein Preis von 1860 Franken für ein «Alle Zonen»-Jahresabo. Der Städter hingegen, der sich hauptsächlich innerhalb einer Zone bewegt, käme mit 471 Franken günstiger davon. Ebenso all jene, die täglich im Baselbiet eine kurze Strecke mit dem Bus oder Tram zurücklegen und innerhalb einer Zone bleiben.

Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Verkehrsverbünden: Der Stadt-Luzerner bezahlt jährlich 612 Franken für ein Ein-Zonen-Abo, wer von ausserhalb in die Stadt pendelt bis zu
2151 Franken. Der Berner Stadtbewohner und -arbeitnehmer 770 Franken pro Jahr, wer hingegen aus Worb mit dem Zug in die Stadt fährt (30 Minuten Fahrzeit) 1121 Franken – was durchaus mit der Pendelstrecke Waldenburg - Basel (38 Minuten) vergleichbar ist, die aber, wegen oder dank der U-Abo-Flatrate, erneut mit nur 760 Franken jährlich zu Buche schlägt.