Erlenmatt
Viel Neues im neusten Basler Quartier

Auf der Erlenmatte geht was: Der Grundstein für das Primarschulhaus ist gelegt, das Silo soll umgenutzt werden.

Nicolas Drechsler
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Das Silo der BLG soll umgenutzt werden.

Das Silo der BLG soll umgenutzt werden.

Kenneth Nars

Ein Neubau und eine Umnutzung stehen an im neusten Basler Quartier, auf der Erlenmatte. Am letzten Tag des Schuljahres, pünktlich mit dem Vieriglöggli legte Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) den Grundstein für das Erlenmattschulhaus. Dieses wird nach einem Entwurf von Luca Selva Architekten gebaut und soll ab 2017 Platz für zwölf Primarschulklassen, einen Kindergarten und eine Turnhalle bieten. Das Schulhaus bildet zukünftig den südlichen Eingang zum Areal, zusammen mit der Wohnüberbauung Erlentor. Um diesen Abschlusscharakter zu verstärken, liegt der Pausenplatz erhöht gegenüber dem Gelände, dafür ist die Turnhalle grösstenteils unterirdisch angelegt. In Zukunft wird hier nicht nur in der Halle geturnt, sondern auch auf ihrem Dach, das Teil des Schulhofs wird.

Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Projektleiterin Olivia Frei und Architekt Luca Selva bei der Grundsteinlegung für das Erlenmattschulhaus.

Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Projektleiterin Olivia Frei und Architekt Luca Selva bei der Grundsteinlegung für das Erlenmattschulhaus.

Kenneth Nars

Umnutzung des alten Silos

Steht man vor dem künftigen Schulhaus, liegt im Nordosten in Richtung der Geleiseanlagen ein weiterer Ort auf der Erlenmatt, auf dem in Zukunft Neues entstehen soll. Allerdings nicht in einem Neubau, sondern in einem alten Gemäuer, dem 1912 von Rudolf Sandreuter entworfenen BLG-Silo der Basler Lagergesellschaft, die heute unter Ziegler AG firmiert. Schon früh sei der Stiftung Habitat, die diesen Teil des Erlenmattareals verwaltet, klar gewesen, dass das Gebäude stehen bleiben soll. Nun suche man nach neuen Nutzungsformen, sagt Raphael Schicker, der Leiter Projektentwicklung bei Habitat: «Wichtig ist uns, dass ein grosser Teil der Nutzungen sich im Quartier verankern kann. Ansonsten sind wir sehr offen und hoffen auch auf Ideen, auf die wir selbst nicht gekommen sind.» Folglich ist die Ausschreibung so gehalten, dass sich sowohl ein Betreiber für das ganze Gebäude melden könnte, als auch Nutzer, die nur einen Teil der alten Mauern bespielen möchten. Der Nutzungsmix solle erst nach Vorliegen der Eingaben erarbeitet werden. Dass es sich beim Gebäude um ein Silo handle, sei kein grösseres Problem, wenn es um eine zukünftige Nutzung gehe: «Wir haben bereits vieles abgeklärt. Belichtung und Belüftung sind auch im ersten Stock und im Dachgeschoss herstellbar.» So könnten die Stockwerke auch getrennt voneinander benutzt werden, ohne dass es baurechtliche Probleme gibt, weil Fenster fehlen, die je nach Nutzung zwingend vorgeschrieben sind.

Einige Eckpunkte

Absolute Narrenfreiheit will die Stiftung Habitat ihren zukünftigen Mietern dann aber doch nicht lassen. Einerseits will sie, dass die grosse Halle im Hochparterre des Silos möglichst eine «attraktive, öffentliche Zentrumsfunktion» für die Bewohner und Nutzer der Erlenmatt Ost, Besucher des Erlenmattparks und die Anwohner der umliegenden Quartiere erfüllen könne. Dagegen seien Nutzungen nicht erwünscht, die Menschen aus der weiteren Umgebung anziehen, insbesondere Besucher, die auf vier Rädern angerollt kommen: «Es gibt sicher Dinge, die wir nicht wollen. Beispielsweise Nutzungen, die ein Publikum anziehen, das mit dem Auto kommt. Das wäre nicht im Sinne unseres Nachhaltigkeitskonzepts», fasst Schicker zusammen.

Weniger Sorgen muss man sich in unmittelbarer Geleisenähe wohl um Lärmemissionen aus der Halle machen.

Die Ausschreibungsunterlagen für Interessenten gibt es unter: www.erlenmatt-ost.ch