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Adieu Chirsibaum! Baselland stellt neue Willkommens-Tafeln auf

Der Kanton Baselland lässt rund 80 neue Hinweisschilder aufstellen. Die alten «Willkommen im Baselbiet»-Tafeln mit dem Chirsibaum von 1983 haben ausgedient.

Simon Tschopp
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bz Schilder Autobahn
18 Bilder
Hier ist es, das neue Schild. Regierungsrat Thomas Weber zeigt an der Medienkonferenz im Mai 2019 das Motiv.
Enthüllt wurde die neue Signalisation von Tobias Eggimann (Baselland Tourismus), Rergierungsrat Thomas Weber, Alexander Binggeli vom Tiefbauamt sowie vom 2. Landschreiber Nic Kaufmann (von links).
Der stilisierte Chirsibaum wird durch einen aus Kirschholz ersetzt. Er ist auf allen Variationen der Signalisation zu sehen.
Insgesamt wurden rund 80 Tafeln ausgetauscht.
«Auf Wiedersehen im Baselbiet»: Baselland verabschiedete sich auch immer artig. Diese Schilder werden nicht ersetzt.
Der Kanton Aargau stellte Ende 2014 neue Schilder auf. Das Astra schreibt einen bestimmten Mindest-Braunanteil vor, wie hier gut zu sehen ist.
Auch diverse Städte bewirbt der Aargau, etwa Aarau...
... Laufenburg ...
... und Rheinfelden.
Der Kanton Solothurn hängte ebenfalls 2014 Tafeln auf.
Basel Tourismus hat die Autofahrer schon seit längerem als potenzielle Kundschaft entdeckt. So ist ein Silo am Hafen regelmässig mit grossflächigen Reklamen überdeckt.
Mit der Schwurhand begrüsst Nidwalden Besucher.
Auch hier geht man auf einzelne touristische Highlights ein: Engelbergertal...
... oder die Region Klewenalp.
Im Kanton Schwyz ist man stolz auf die Rigi
Der Thurgau arbeitet nicht mit Fotos, sondern mit Illustrationen.
Noch mehr Braun: Kanton Wallis.

bz Schilder Autobahn

Nicole Nars-Zimmer niz

Ab kommendem Montag, 13. Mai, verschwindet etwas Vertrautes, das während gut 35 Jahren zum Baselbieter Landschaftsbild gehört hat: die «Willkommen/Auf Wiedersehen»-Tafeln mit Rotstab und Kirschbaum, die neben Strassen an der Kantonsgrenze postiert sind. Sie müssen neuen Signalisationen weichen, die Baselland einen kreativen, aber zeitlosen Anstrich verleihen.

Stab aus Kirschholz

Die gegen 80 neuen Schilder werden mit unterschiedlichen Motiven und in diversen Grössen an der Autobahn A2 und an Kantonsstrassen montiert. Sie sind identitätsstiftend und sollen vermitteln, «dass man hier willkommen ist, Baselland ein attraktiver Lebensraum mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist und die Region ein profiliertes Selbstverständnis zeigt», wie Regierungsrat Thomas Weber an der Medienkonferenz im Bad Bubendorf erklärte.

Das Grundmotiv ist eine Landschaftsaufnahme aus dem hiesigen Kettenjura. Die Hügelzüge verblassen im Hintergrund. Zentrales Element ist der Baselbieterstab. Das auch national bekannte heraldische Zeichen aus einheimischem Kirschholz ist gestochen scharf fotografiert.

Mit dem neuen Konzept könne der Kanton sein hohes touristisches Ausstrahlungspotenzial ausspielen, betonte Tobias Eggimann, der Geschäftsführer von Baselland Tourismus. Eine mehrköpfige Arbeitsgruppe hat sich damit beschäftigt.

Auf einen öffentlichen Gestaltungswettbewerb gaben sieben Agenturen ihre Vorschläge ein. Den Zuschlag erhielt schliesslich Suan Conceptual Design aus Basel. Die Tafeln sind so gestaltet, dass sie der schweizweit einheitlichen Vorgabe des Bundesamts für Strassen entsprechen.

Kommentar: Schade um den Chirsibaum!

Der Kanton Baselland hatte keine Wahl. Die alten Tafeln, welche die Automobilisten begrüssen und verabschieden, müssen weg. So wurde es in Berner Amtsstuben entschieden. Schilder mit weissem Grund sind nicht mehr erlaubt, wenn es sich nicht um Signalisationen handelt, zumindest nicht auf Autobahnen. Der neue Entwurf überzeugt. Aber an den Vorgänger aus dem Jahr 1983 kommt er nicht heran. Zu gut war der Kirschbaum – zeitlos und ikonisch. Wer das Motiv einmal gesehen hatte, vergass es nicht wieder. Entscheidend ist, dass sich Baselland überhaupt wieder solche Schilder leistet. Andere Kantone, etwa der Aargau, machen entlang ihrer Strassen noch viel stärker auf sich aufmerksam. Im Strassennetz ein blinder Fleck zu bleiben, sollte das Baselbiet besser nicht riskieren.

benjamin.wieland@chmedia.ch

Fast eine halbe Million Franken

Nachdem die Regierung das Projekt der Neubeschilderung wegen der klammen Kantonsfinanzen 2015 gestoppt hatte, rang sie sich im vergangenen November durch und beschloss, das Vorhaben bis diesen Frühling zu realisieren. Das Projekt kostet insgesamt 410 000 Franken, finanziert durch Kanton und Gasttaxenfonds.

Die etwa 100 alten Schilder, die bald entfernt werden, können Interessierte ab 8. August beim kantonalen Verwertungsdienst für 20 bis 50 Franken erwerben. Drei werden mit Wettbewerb auf Social-Media-Kanälen des Kantons verlost. Um daran teilzunehmen, ist das Foto eines neuen Schilds bis Ende Juli unter den untenstehenden Links hochzuladen.

Twitter @Kanton_BL oder www.facebook.ch/Kanton BL