Velonetz

Basel und Baselbiet geben Millionen für neue Routen aus – hier die Übersicht

Mit 25 Millionen Franken will Baselland Lücken im Radroutennetz schliessen – auch in der Stadt wird das Netz erweitert. Die bz bringt eine Übersicht über die anstehenden Projekte.

Boris Burkhardt
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Zwischen Zwingen und Brislach wird ein neuer Veloweg gebaut.

Zwischen Zwingen und Brislach wird ein neuer Veloweg gebaut.

Kenneth Nars

Das Baselbieter Veloroutennetz wurde erstmals im Jahr 1987 im Regionalplan Radrouten festgelegt. Verbindungen wie Muttenz-Pratteln-Frenkendorf und Liestal-Bubendorf entstanden noch in den Anfangszeiten des Programms. In den Neunzigern gab es einen weiteren Schub; der letzte Rahmenkredit in Höhe von 25 Millionen Franken wurde 1998 bewilligt. Bis ins Jahr 2009 wurden etwa zwei Drittel des im Kantonalen Richtplan vorgesehenen Netzes ausgebaut.

14 Kilometer Ausbau im Baselbiet

In der ersten Generation des Agglomerationsprogramms 2011–2015 wurden mehrere Ausbauprojekte angemeldet, mit denen der zuständige Projektleiter des Tiefbauamts Armin Schmauss «die grössten Lücken schliessen» will. Ausserdem sollen kleinere Engpässe und Sicherheitsrisiken beseitigt werden. Verbaut werden total 14 Kilometer Radwege.

Die Nutzer des insgesamt 300 Kilometer langen kantonalen Veloroutennetzes im Baselbiet sind vor allem Schüler und Pendler. In Rücksprache mit den Gemeinden wird die Priorität für Ausbauten festgelegt. Kriterien für die Planung der Radwege sind die vorhandene Infrastruktur wie zum Beispiel Anschluss an einen Bahnhof, die Verkehrs- und soziale Sicherheit (möglichst nicht durch den dunklen Wald), die Direktheit, sowie die Zweckmässigkeit (zum Beispiel, ob es sich lohnt, eine ganze Felswand abzutragen).

Die Massnahmen in Basel-Stadt

Über Felswände muss sich Basel-Stadt weniger Gedanken machen. Für den innerstädtischen Verkehr ziehe der Kanton ebenerdige Velostreifen nach Möglichkeit vor, erklärt Martina Münch vom Verkehrsdepartement: «Die Streifen erleichtern die Kreuzungen mit Rechtsabbiegern und können zudem oftmals ohne bauliche Massnahmen markiert werden.»

Die meisten Massnahmen in Basel-Stadt werden dann umgesetzt, wenn sowieso die ganze Strasse saniert werden muss. Kleinere Massnahmen werden über den Velorahmenkredit finanziert: Der aktuell zweite aus dem Jahr 2006 verfügt über 8 Millionen Franken. Der erste Rahmenkredit wurde 1988 über 25 Millionen gesprochen; ein dritter ist für das Jahr 2015 geplant.

Massnahmen Velowege Baselland

Bubendorf-Hölstein: Bis jetzt ist auf der Kantonsstrasse Bubendorf-Hölstein ein Kilometer Veloweg auf dem Trottoir realisiert. Bis 2015 wird die Verbindung zwischen Bubendorf und Station Lampenberg fertiggestellt: Sie wird abseits der Strasse über Wirtschaftswege führen. Ausserdem wird auf dem restlichen Abschnitt bis Hölstein das Trottoir zu einem Radweg ausgebaut.

Bubendorf-Ziefen: Auf der Bubendörfer Hauptstrasse im Bereich Industriegebiet werden beidseitige Radstreifen bis Ende des Jahres fertiggestellt. In den kommenden zwei Jahren wird der separate Radweg bis Ziefen in Angriff genommen. In Reigoldswil sind ab 2016 Massnahmen für die Velofahrer in Koordination mit den Bauarbeiten für den Hochwasserschutz geplant.

Allschwil-Oberwil: Auf der Kantonsstrasse zwischen Allschwil und Oberwil verkehren vor allem Schüler des Gymnasiums Oberwil. Bis Anfang 2014 soll der Veloweg von Oberwil bis zu den Familiengärten vollendet sein; der restliche Abschnitt bis Allschwil wird bis Ende 2015 ausgebaut. Der Radweg wird separat entlang der Kantonstrasse verlaufen.

Liestal: Wenn die Rosenstrasse vom Kanton übernommen wird, soll sie verbreitert werden und zusätzliche Velo-streifen erhalten. Auf dem Abschnitt der Rheinstrasse zwischen Kantonalbank-Kreuzung und Schauenburgerkreisel werden Velostreifen erst mit der zweiten Generation des Agglomerationsprogramms frühestens ab 2016 realisiert.

Laufental: Ein separater Veloweg von Grellingen nach Zwingen wird frühestens ab 2015 gebaut. Auf der Strasse zwischen Zwingen und Brislach beginnen die Bauarbeiten für Velo-streifen auf jeder Seite noch diesen Monat. Dort sind vor allem Pendler zum Bahnhof Zwingen unterwegs; Schüler haben dadurch einen besseren Anschluss zur Primarschule Zwingen.

Schönthal: Auf dem Schönthaltunnel der H2 in Füllinsdorf wird bis Ende 2014 ein durchgehender Radweg angelegt. Auch direkt auf der Rheinstrasse durch Frenkendorf und Füllinsdorf sind auf einigen Abschnitten Massnahmen für Velofahrer geplant. Sie werden aber erst zusammen mit dem Umbau der Rheinstrasse umgesetzt.

Bottmingen-Münchenstein: Die Bruderholzstrasse zwischen Bottmingen und Münchenstein hat zwar bereits Velostreifen in beide Richtungen; der Kanton will die Radfahrer aber komplett von der viel befahrenen Strasse holen. Deshalb ist bis 2014 ein separater Veloweg geplant, der abseits der Strasse über Wirtschaftswege führen wird.

Schweizerhalle-Birsfelden: Zwischen Schweizerhalle und Birsfelden soll ein Ausbau der Velowege erst im Zusammenhang mit der Sanierung der Rheinstrasse - also frühestens 2018 - umgesetzt werden. Auf der weiteren Strecke durch Salina Raurica sind Velomassnahmen nach der Verlegung der Rheinstrasse vorgesehen.

Massnahmen Velowege Basel-Stadt

Rheinufer-St. Johann: Der Rheinuferweg von der Dreirosenbrücke bis zur französischen Grenze schliesst die Lücke im Radwegenetz auf der linken Rheinseite. Der Weg ist ein binationales Projekt: Die Franzosen bauen in Hüningen ebenfalls bis an die Grenze. Falls es keine weiteren juristischen Verzögerungen gibt, soll der Weg von 2014 bis 2015 gebaut werden.

Grenzacherstrasse: Im Rahmen einer Gesamterneuerung wird die Grenzacherstrasse zwischen Allmend-strasse und deutscher Grenze bis 2015 auf der Uferseite einen durchgängigen Velo-streifen auf dem Trottoir erhalten. Auf der Seite der Familiengärten wird anstelle des Grünstreifens ein neuer separater Veloweg angelegt.

Luzerner-/Wasgenring: Bereits im Bau sind die neuen Velostreifen auf der Strecke Luzernerring/ Wasgenring; sie sollen bis Ende 2015 beendet sein. Bisher gab es dort überhaupt keine Velomassnahmen. Die Fahrbahn für Autos wird auf ein Streifen pro Richtung verengt. Die Unterführung beim neuen Kreisel an der Hegenheimer-strasse soll velogängig werden.

Dreirosenbrücke: Bis Ende 2014 soll auch die westliche Brückenseite der Dreirosenbrücke für den Veloverkehr in beide Richtungen eingerichtet sein. Als vor knapp zwei Jahrzehnten die Brücke geplant wurde, lief der hauptsächliche Veloverkehr noch in Richtung Innenstadt. Durch den Novartis-Campus hat auch der Verkehr auf der westlichen Brückenseite zugenommen.

St. Jakob-Strasse: Der Veloverkehr über die St. Jakob-Strasse läuft vor allem vom Bahnhof SBB bis zum Stadion, dem Gartenbad und der Grün 80. Zwischen dem Hexenweglein und Singerstrasse wird noch bis Ende des Jahres das Trottoir für einen Velostreifen verbreitert. Bis Ende 2014 wird dann die Lücke bis zur Zeughauskreuzung mit einem Velostreifen geschlossen.

Lörracherstrasse: Die Lörracherstrasse wird durch die gestern eröffnete Zollfreie Strasse stark entlastet werden. So eröffnen sich neue Möglichkeiten der Platznutzung: Ab 2015 werden Velostreifen in beide Richtungen angelegt und die Trottoirs verbreitert. Die Fahrbahn wird schmäler; und der Autoverkehr wird wie im Dorf grösstenteils gemeinsam mit dem Tram geführt.

Schwarzwaldallee: Im Rahmen der Bauarbeiten für das Erlenmatt-Tram plant der Kanton ab 2019 die Markierung von Velostreifen auf der Schwarzwaldallee zwischen Rosental- und Erlenstrasse. Das Projekt muss in zwei Wochen noch vom Grossen Rat genehmigt werden. Für den weiteren Verlauf Richtung Kleinhüningen steht der Veloweg an der Wiese zur Verfügung.

Riehenstrasse: Weil das Messeparking seine Zufahrten neu organisiert hat, bleibt auf der Riehenstrasse mehr Platz für Velostreifen in beide Fahrtrichtungen. Der Fussweg zum Plaza-Kreisel wird in Zukunft innerhalb der neu entstandenen Grünanlage verlaufen. Bis Ende 2015 soll die Umgestaltung zwischen Riehenring und Peter-Rot-Strasse abgeschlossen sein.