Öffentlicher Verkehr
Christoph Wydler über die regionalen Bahnhöfe: «Die Zeit des Bahnhofbuffets ist vorbei»

Christoph Wydler, Vizepräsident der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Nordwestschweiz, spricht über die Bahnhöfe der Region.

Kelly Spielmann
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Ist praktisch zum Umsteigen und einer der bevorzugten Bahnhöfe Wydlers: Dornach-Arlesheim.

Ist praktisch zum Umsteigen und einer der bevorzugten Bahnhöfe Wydlers: Dornach-Arlesheim.

Roland Schmid

Die «Schweiz am Wochenende» hat am Samstag einen S-Bahnhof-Test veröffentlicht. Stimmen Sie ihren Einschätzungen zu den Bahnhöfen der S3 zu?

Christoph Wydler: Grundsätzlich ja. Ich habe keinen Bahnhof gesehen, bei dem ich sagen müsste, dass man komplett danebenliegt. Was mir aber aufgefallen ist: Es wird nicht nur der Bahnhof selber bewertet, sondern auch dessen Umgebung. Da stellt sich natürlich die Frage nach den Zuständigkeiten. Es geht darum, wer Eigentümer ist.

Genau: oftmals gehört der Boden um den Bahnhof der Gemeinde. Wie gut arbeiten die Gemeinden und die SBB jeweils zusammen?

Das ist nicht immer so. Die Umgebung kann auch SBB-Areal sein. Wenn aber die Gemeinde die Eigentümerin ist, gibt es schon noch Verbesserungsspielraum. Sagen wir es so: Wenn die SBB einen Bahnhof sanieren, wird die Gemeinde wohl informiert. Wenn umgekehrt die Gemeinde in Bahnhofsnähe etwas plant, würde ich behaupten, ist das nicht immer der Fall.

Wenn wir von der Umgebung absehen – was macht für Sie ein guter Bahnhof aus?

Bedeckte Unterstände. Solche haben wir in der Region fast überall. Auch eine gute Anbindung an allfällige Anschlussverbindungen ist wichtig. Da kann man den Bahnhof Dornach-Arlesheim als vorbildliches Beispiel nennen. Dann ist auch der möglichst einfache Zugang zu den Perrons wichtig – als schlechtes Beispiel gibt es hier die Unterführung in Frenkendorf-Füllinsdorf. Bei einer Überführung hätte man das Problem der Verschmutzung sicher weniger, da diese offener gestaltet werden kann. Überführungen haben jedoch den Nachteil, dass sie viel höher gebaut werden müssen – bei Unterführungen sind es nur 2,5 Meter – und behindertengerechte Rampen so länger werden. Da könnte zwar ein Lift helfen, aber es stellt sich immer die Frage, ob sich die Kosten lohnen. Ein Lift kann auch Störungen haben und einmal nicht funktionieren.

Und wie sieht es mit Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants aus?

Diese haben enorm an Bedeutung verloren. Die Zeiten, in denen man im Bahnhofbuffet sitzt und auf den Zug wartet, sind vorbei – die Leute wollen heute möglichst wenig Zeit am Bahnhof verbringen. Deshalb ist das möglichst einfache und schnelle Umsteigen viel eher von Bedeutung. Auch, wenn es darum geht, mit der schnellen, bequemen Art der Fortbewegung – dem Auto – mitzuhalten.

Gibt es denn etwas, das an den Bahnhöfen in der Region Basel verbessert werden müsste?

Grundsätzlich finde ich das nicht. Wenn ich aber etwas nennen müsste, wäre das wahrscheinlich die Reinigung. Gerade Bahnhöfe in der «Pampa» werden weniger gut unterhalten als beispielsweise der Bahnhof Basel SBB.

Was ist denn Ihr persönlicher Lieblingsbahnhof?

(Überlegt) Ich benutze Bahnhöfe, ich liebe sie nicht. Aber auch hier: Wenn ich einen nennen muss, dann wäre das vielleicht der Bahnhof Dornach-Arlesheim. Auch den Bahnhof Basel SBB benutze ich gerne.