Coronavirus

Coronakrise: So soll das Liestaler Stedtli wieder erwachen

Gewerbevereinigungen fragen sich derzeit landauf landab, wie sie ihre Mitglieder unterstützen können.

Andreas Hirsbrunner
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Das Stedtli soll wieder erwachen. (Archivbild)

Das Stedtli soll wieder erwachen. (Archivbild)

Yann Schlegel

KMU Liestal hat zwei Antworten gefunden: eine eher unspektakuläre, die sich früher oder später auch ohne Coronakrise aufgedrängt hätte, und eine spektakuläre, die allerdings noch mit einem grossen Fragezeichen behaftet ist.

Beginnen wir mit dem Spektakulären. Das Liestaler Stedtli soll mit einem Paukenschlag namens «Träffpunkt Lieschtel» in eine gelockerte Spätcoronazeit starten. Dabei soll die Altstadt zu einem attraktiven, bis zu drei Tage dauernden Ort der Begegnung und des Konsums werden, bei dem alle Geschäfte mit besonderen Angeboten respektive Ausverkäufen mit ihren übervollen Lager aufwarten. Begleitet soll das Ganze von Musikevents und Ähnlichem werden. Für die eh schon gebeutelten Geschäfte hat «Träffpunkt Lieschtel» den Vorteil, dass sie für keinerlei Rahmenkosten wie eben Konzerte oder die Werbung aufkommen müssen, denn das übernehmen Sponsoren.

Je mehr die Sponsoren zahlen, desto länger gehts

Die Basellandschaftliche Kantonalbank und die Raiffeisenbank hätten bereits Beiträge zugesagt, weitere Sponsoren seien angefragt, sagt Irene Müller, Sprecherin von KMU Liestal und Organisatorin von «Träffpunkt Lieschtel». Je nachdem, was an Geld zusammenkomme, dauere der Anlass ein, zwei oder gar drei Tage. Wobei der Sonntag als Dreingabe nur in Frage komme, wenn der Kanton einen zusätzlichen Sonntagsverkauf bewillige. Gedämpfter kommt die Euphorie bei der Frage nach dem Datum daher. KMU-Präsident Matthias Renevey sagt: «Optimal ist ein Termin im Juni, je früher im Monat, desto besser.» Und Müller ergänzt: «Wir wollen einen Anlass, der Frequenz ins Stedtli bringt. Dazu müssen auch die Beizen wieder offen sein. Aber das Ganze funktioniert nur, wenn die Leute ohne Gesichtsmaske und Ansteckungsangst kommen können, denn sonst kommen sie nicht.»

Ob das im Juni möglich ist, da haben auch die beiden KMU-Verteter ihre Bedenken. Müller: «Das gibt ein schwieriges Abwägen und braucht die Bewilligung des Kantons.» Aber man sei flexibel und würde jetzt alles aufgleisen. Wenn es so weit sei, reichten zwei Wochen Vorlauf, um «Träffpunkt Lieschtel» zu realisieren. Wobei das keine Eintagsfliege sein soll. Das Ziel sei, so Müller weiter, auch in Nachcoronazeiten jeweils im Frühling und im Herbst mit einem Anlass zur Belebung des Stedtlis aufzuwarten.

Unspektakulär? So will KMU-Vorstandsmitglied Thomas Bretscher das zweite Projekt und sein Kind keinesfalls bezeichnet haben. Ganz im Gegenteil, Liestal sei die erste Stadt, die an einer Online-Bestellplattform vergleichbar mit Ricardo arbeite. In ein paar Wochen könnten die Kunden dort mehrere hundert Artikel von einheimischen Geschäften bestellen und bezahlen. Die Lieferungslogistik übernehme die Velostation Liestal.