Nach Pisa-Test

Dank Lesezentrum sollen Schüler wieder zu Leseratten werden

Die Leseleistung der 15-Jährigen in der Schweiz ist besser geworden. Aber immer noch 17 Prozent der Schulabgänger erreichen nicht das Niveau, das gewünscht wird. Der Kanton Baselland will nun mit einem Lesezentrum das Problem beheben.

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Das Problem ist auch unter dem Begriff Leseknick bekannt. Jugendliche ab dem 10. bis 12. Lebensjahr verlieren oft die Freude am Lesen oder neigen zu einseitigem Medienkonsum. Nicht mehr
Bücher, sondern Fernsehen, Games und Internet sind angesagt. Von diesem Phänomen sind zwei Drittel der Knaben und ein Drittel der Mädchen betroffen.

Das muss nicht so sein. Mit einem Lesezentrum an der Sekundarschule Waldenburgertal in Oberdorf gibt der Kanton Basel-Landschaft Gegensteuer. Das Pilotprojekt der Bildungs-, Kultur- und
Sportdirektion ersetzt die herkömmliche Schulbibliothek und schafft ein lesefreundliches Umfeld.

Dazu gehören neben attraktiven Räumlichkeiten aktuelle und vielfältige Buch- und Medienangebote. Von der Medienpädagogin, die das Lesezentrum leitet, werden die Schülerinnen und Schüler
zum Lesen und zur aktiven Mediennutzung animiert. Lehrpersonen werden bei Arbeiten in Gruppen oder Halbklassen unterstützt.

Pilotprojekt für drei Jahre

Das Pilotprojekt ist für drei Jahre bewilligt und wurde von der Kantonsbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Amt für Volksschulen konzipiert. Bereits nach der Hälfte der Laufzeit zeigen sich sehr ermutigende Ergebnisse. Bei einer Schülerumfrage haben knapp 70% der Befragten angegeben, dass sie täglich oder fast täglich dorthin gehen. Das Lesezentrum ist in kurzer Zeit zum in-placeder Schule geworden.

Das ist sehr wichtig, meint der Kantonsbibliothekar Gerhard Matter, denn PISA zeigt ganz klar, die Leseleistung kann signifikant verbessert werden, wenn Freude und Lust am Lesen nicht verloren gehen und wenn unterschiedliche Medien genutzt werden. Genau dies wird mit dem Lesezentrum angestrebt.

Schulleiterin Hanni Flury kann sich das Lesezentrum von ihrer Schule gar nicht mehr wegdenken. Für sie ist klar, dass es zu einem multimedialen Lernort als Ergänzung zum Klassenzimmer werden soll. Dass das Konzept auf Interesse in Deutschland gestossen ist, freut die Rektorin und sie wünscht sich, dass auch andere Schulen ihre Bibliothek durch ein Lesezentrum ersetzen können.

Die Evaluation des Pilotprojektes in Oberdorf wird die Grundlage für diese Entscheidung bilden. (jep)