Weihermätteli

Die Finanzierung des Tierparks «Weihermätteli» gibt zu reden

Liestal Im Einwohnerrat gab der jährliche Beitrag an das «Weihermätteli» Anlass zu unerwarteten Diskussionen. In der Schlussabstimmung wurden die 35 000 Franken gutgeheissen.

Andreas Hirsbrunner
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Rund um den Tierpark Weihermätteli schnattern nicht nur die Gänse.

Rund um den Tierpark Weihermätteli schnattern nicht nur die Gänse.

Kenneth Nars

35000 Franken an jährlicher Unterstützung zugunsten des Tierparks Weihermätteli beantragte die Liestaler Stadtregierung dem Einwohnerrat. Dies, weil die Psychiatrie Baselland den Tierpark wegen der neuen Spitalfinanzierung nicht mehr wie bisher betreiben kann und ihn per 2013 an eine Stiftung auslagert, die dringend auf Geldgeber angewiesen ist. Doch was im Vorfeld nach unbestrittener Zustimmung aussah, entwickelte sich gestern Abend im Parlament zu einer längeren Diskussion, obwohl alle Sprecher den Tierpark grundsätzlich lobten.

SP und Grüne wünschten sich etwas mehr Naturnähe und weniger Tiere (SP) respektive mehr einheimische Tierarten (Grüne). Die Grünen wollten gleichzeitig «ein Zeichen» an die neue Stiftung setzen und Liestals Beitrag auf 40000 Franken erhöhen, wie Fraktionssprecher Jürg Holinger ausführte. Und Pascal Porchet (FDP) brachte die «kreative Idee» ein, dass ein paar private Pferdebesitzer ihre Tiere im «Weihermätteli» einstellen könnten, was dem Park zusätzliche Einnahmen von mehreren zehntausend Franken bringe.

Die Katze im Sack

Überraschend harte Töne kamen von Markus Meyer (SVP), der sich als langjähriger, ehemaliger Finanzchef der Psychiatrie outete. Der Tierpark sei unter dem heutigen CEO zu einem unliebsamen Anhängsel geworden, die früheren Feste mit fünfstelligen Gewinnen zugunsten des Parks seien verschwunden und der Gönnerverein sei an den Rand gedrängt worden. Meyer: «Die heutigen Kosten sind zu einem Teil nicht nachvollziehbar. Wir kaufen die Katze im Sack.» Die SVP beantrage deshalb, dass Liestal seinen jährlichen Beitrag jeweils nur zahle, wenn die vollständige Finanzierung des Tierpark-Budgets sichergestellt sei oder andernfalls die Psychiatrie eine Garantie abgebe. Beide Anträge scheiterten, jener der SVP mit 17 zu 15 Stimmen allerdings nur knapp. In der Schlussabstimmung sagte der Einwohnerrat mit grossem Mehr Ja zur jährlichen Unterstützung des Tierparks mit 35 000 Franken.

Zu diskutieren gab auch die vom Stadtrat beantragte Erhöhung seiner Mandatsentschädigung um die in den letzten vier Jahren aufgelaufene Teuerung von 2,6 Prozent. Für die SVP stand dies in Zeiten des Sparens quer in der Landschaft, für alle andern Fraktionen sind die neuen Jahreslöhne von 90 490 für den Präsidenten, 45 550 für den Vize und 36 940 Franken für die übrigen Stadtratsmitglieder jedoch angebracht.

Ihren Rücktritt aus dem Rat haben Elisabeth Spiess (Grüne) und Enrico Kiefer (FDP) gegeben.