Auffangzentrum

Hier bringt Münchenstein bald Flüchtlinge unter

In der geschützten Sanitätsstelle Ehinger gleich neben dem Gym Münchenstein wird um den Jahreswechsel ein Auffangzentrum für bis zu 100 Flüchtlinge in Betrieb genommen. Nach jeweils einigen Wochen sollen die Asylbewerber weiterverteilt werden.

Michael Nittnaus
Drucken
Teilen
Flüchtlinge sollen in Münchenstein in der unterirdischen Sanitätsstelle Ehinger untergebracht werden.

Flüchtlinge sollen in Münchenstein in der unterirdischen Sanitätsstelle Ehinger untergebracht werden.

Kenneth Nars

Nachdem die Gemeinde Niederdorf Anfang November als erste vermeldet hatte, ihre Zivilschutzanlage für ein kantonales Auffangzentrum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, tut es ihr Münchenstein nun gleich. Auf der Gemeindewebseite teilt sie mit, dass voraussichtlich ab Ende Dezember oder Anfang Januar die geschützte Sanitätsstelle Ehinger an der Hardstrasse 29 für diesen Zweck genutzt werden kann.

In Münchenstein sollen Flüchtlinge unterkommen.

In Münchenstein sollen Flüchtlinge unterkommen.

Google Maps

Vorerst für die Dauer von sechs Monaten sollen so bis zu 100 Asylsuchende eine vorübergehende Unterkunft erhalten, ehe sie auf andere Gemeinden im Baselbiet verteilt werden. Kanton und Gemeinde rechnen mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von vier bis acht Wochen. Dies gibt den anderen Gemeinden die wegen der steigenden Asylgesuche dringend benötigte Zeit, um ihre Kapazitäten auszubauen.

Nur Frauen, Kinder und Familien erwünscht

Die Betreuung des Auffangzentrums werde durch den Kanton Baselland sichergestellt und finanziert, wobei eine private Firma beauftragt werde, das Zentrum zu betreiben und für die Sicherheit zu sorgen. Bei Bedarf kann die Firma durch den Zivilschutz unterstützt werden. Für Ruhe und Ordnung und die Sicherheit im öffentlichen Raum gelten die normalen Strukturen der Gemeinde- und Kantonspolizei.

Der Sicherheitsaspekt war für die Gemeinde zentral. Wie sie schreibt, ergab eine Einwohnerzufriedenheitsanalyse im September 2015 viel Kritik an der Sicherheit und an der Integrationspolitik der Gemeinde. In keiner Baselbieter Gemeinde leben mehr Personen aus Eritrea. Der Gemeinderat habe deshalb «den eindringlichen Wunsch an den Kanton adressiert, dass in der Sanitätsstelle Ehinger Frauen mit Kindern oder allenfalls Familien einquartiert werden». In der Anlage und der näheren Umgebung würden für die Asylsuchenden spezielle Hausregeln gelten.

Begleitgruppe als Anlaufstelle

Aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer sei keine Einschulung von Flüchtlingskindern an den kommunalen Schulen Münchensteins vorgesehen. Zudem müsse die Gemeinde weder materiell noch immateriell Sozialhilfe oder Kindes- und Erwachsenenschutz leisten. Eine eigens eingesetzte Begleitgruppe mit Vertretungen aus Gemeinde, Betreiberfirma und Kanton sei für das Monitoring zuständig. Zudem sei diese Begleitgruppe Auskunft- und Anlaufstelle.

Mit dem Betrieb des Auffangzentrums übertreffe Münchenstein die vorgeschriebene Aufnahmequote für Baselbieter Gemeinden von 0,8 Prozent der Bevölkerung deutlich. Die Quote hatte die Gemeinde bereits bisher durch ihr kommunales Asylheim erfüllt.