Denkmaltage

In Münchenstein liegt eine grüne Oase vor den Toren der Stadt

Dieses Wochenende findet bereits die 23. Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals statt. Im Baselbiet gastieren sie dieses Jahr in der Brüglinger Ebene, wo zahlreiche Gebäude besichtigt werden können. In unserem Quiz können sie testen, wie viel Sie über das Naherholungsgebiet wissen.

Dimitri Hofer (Text), Dominik Dürrenberger (Interview)
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Die Brüglinger Ebene ist eines der schönsten Naherholungsgebiete in der Region

Die Brüglinger Ebene ist eines der schönsten Naherholungsgebiete in der Region

bz Basel

An Wochenenden ist die Brüglinger Ebene in Münchenstein ein beliebtes Ziel für Ausflügler, die hier Ruhe suchen. Diesen Samstag und Sonntag werden noch ein wenig mehr Menschen im Naherholungsgebiet anzutreffen sein als sonst. Die Merian Gärten und der angrenzende Park im Grünen stehen im Zentrum der 23. Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals.

Der Park im Grünen in Münchenstein

Der Park im Grünen in Münchenstein

bz Basellandschaftliche Zeitung

Diese stehen in diesem Jahr unter dem Motto «Oasen», weshalb in der ganzen Schweiz an rund 360 Orten besonders schöne Gärten, Parks und Plätze kostenlos besichtigt werden können. Ziel ist es, «einem breiten Publikum gratis Zutritt zu historisch bedeutenden Bauten» zu verschaffen und zu «zeigen, welches Know-how hinter deren Erhaltung steckt». Bis zu 20 Millionen Personen würden an den Veranstaltungen in 50 europäischen Ländern teilnehmen, heisst es in einer Mitteilung der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe (Nike). In der Schweiz sind die kantonalen Denkmalpflegen für die Durchführung zuständig.

Der Dinosaurier wurde ersetzt

Im Baselbiet finden die Europäischen Tage des Denkmals seit einigen Jahren konzentriert an einem Ort statt. «Auf diese Weise ist es den Interessierten möglich, sämtliche vorgestellten Gebäude an einem Tag zu besichtigen», sagt Walter Niederberger. Der stellvertretende Baselbieter Denkmalpfleger rechnet damit, dass rund 300 Menschen den verschiedenen Führungen beiwohnen werden.

Unter anderen erhalten die Besucher auf einem Rundgang über das weitläufige Gelände in Münchenstein einen Einblick in die Merian Gärten. Die Anlage hat sich im Lauf der Zeit von einem landwirtschaftlich genutzten Raum zu einem botanischen Garten mit historischem Park entwickelt. Für Walter Niederberger sind die Merian Gärten vor allem «ein wichtiger Erholungsraum, der besonders von Städtern geschätzt wird». Er hebt zudem die kulturhistorische Bedeutung des Gebiets hervor, das stark mit Christoph Merian verbunden ist. Der Basler Grossgrundbesitzer legte im Jahr 1839 hier einen grossflächigen Englischen Garten an. In der dortigen Villa Merian, die ebenfalls besucht werden kann, ist heute ein Café untergebracht.

Die Brüglinger Ebene

Die Brüglinger Ebene

bz Basellandschaftliche Zeitung

Der neben den Merian Gärten gelegene Park im Grünen müsste man eigentlich niemandem vorstellen, der in der Region Basel aufgewachsen ist. Generationen von Kindern kennen den grosszügigen Spielplatz und den riesigen Dinosaurier. Das Tier ist übrigens nicht mehr dasselbe wie vor 36 Jahren, als hier die zweite Schweizerische Ausstellung für Garten- und Landschaftsbau stattfand. Vor rund zehn Jahren wurde der Beton-Dino durch ein grösseres Modell aus Plastik ersetzt.

Der Dino ist das Wahrzeichen des Parks im Grünen

Der Dino ist das Wahrzeichen des Parks im Grünen

bz Basellandschaftliche Zeitung

Es sind Anekdoten wie diese, welche die Teilnehmer der Führung durch den Park im Grünen zu hören bekommen werden. Die Baselbieter Denkmalpflegerin Brigitte Frei-Heitz ist als Spezialistin für Gartendenkmalpflege die Richtige, um den Besuchern die Entwicklung der Gartengestaltung in den letzten vier Jahrzehnten näherzubringen.

Bevor Sie wieder einmal durch das Naherholungsgebiet streifen, können Sie hier Ihr Wissen über die Brüglinger Ebene testen.

Im Kanton Basel-Stadt beschränken sich die Europäischen Tage des Denkmals ebenfalls auf ein Gebiet. Heuer ist es die Altstadt zwischen Heuberg und Blumenrain, in der es am Samstag zahlreiche Führungen und Veranstaltungen gibt. Der Basler Denkmalpfleger Daniel Schneller erklärt, was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Herr Schneller, was bedeutet der Europäische Tag des Denkmals für die Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt?

Der Tag des Denkmals ist für uns eine ausgezeichnete Möglichkeit, direkte Einblicke in das Wirken der Kantonalen Denkmalpflege zu geben. Wir können zeigen, was wir weshalb tun. Und den Menschen in unserer Stadt können wir vermitteln, weshalb wir uns für historische Bauten einsetzen. Wir können die historischen Bauten und Stadtteile um uns herum zum Sprechen bringen, damit ihre Geschichte von den Baslerinnen und Baslern erlebt werden kann.

Skizzieren Sie kurz, was die Besucherinnen und Besucher am Samstag erwartet?

Es um 11, 14, und 15.30 Uhr Führungen in der Grossbasler Altstadt zwischen Leonhardshügel und Petersberg geben. Wir zeigen Gassen, Höfe, Wohnhäuser, Festsäle und Stuben, möchten aber auch das Leben der Menschen hinter den Hausfassaden lebendig werden lassen: Es gab hier Handwerksbetriebe, Badstuben, Dichter, Philosophen und Theologen, die hier lebten und am Nadelberg hatte die Musikschule ihren ersten Sitz. Am Informationsstand vor der Peterskirche kann man sich für Führungen mit beschränkter Teilnehmerzahl anmelden oder Bücher und Schriften zu Basel kaufen. An der offiziellen Eröffnung wird es eine Einführung in die Geschichte des Quartiers geben. Das Mittagskonzert mit dem Sinfonieorchester Basel thematisiert Ferruccio Busonis Meisterkurs in Basel, den er fünf Jahre nach Gründung der Musikakademie unter der Direktion von Hans Huber 1910 gab.

Welches waren die Überlegungen, die zur Auswahl des Gebietes zwischen Heuberg und Blumenrain führten?

Für die Wahl dieses Gebietes war ausschlaggebend, dass im Dezember 2016 der Kunstdenkmälerband erscheinen wird, der die Baudenkmäler in der Grossbasler Altstadt westlich des Birsigs behandelt. Unser Mitarbeiter, Martin Möhle, hat diesen Band erarbeitet und dabei viel Wissen und neue Erkenntnisse über einen wichtigen und gut erhaltenen Teil der Basler Altstadt zusammengetragen. Dann ist dieser Stadtteil wichtig für die Entwicklung der Kantonalen Denkmalpflege Basel-Stadt: Auf dem Leonhardskirchplatz steht eine Bronzeskulptur von Rudolph Riggenbach, dem dritten Basler Denkmalpfleger, der sich für die Erhaltung Altstadt zwischen Heuberg und Nadelberg engagierte und die Menschen für die Ziele und den Sinn der Denkmalpflege begeistern konnte.

Wie sieht Ihr persönlicher Leitfaden durch das reichhaltige Angebot aus?

Ich würde mit der offiziellen Eröffnung beginnen und mir da Einblicke in die Geschichte und das Leben des Quartiers holen. Dann würde ich mir von Bernadette Schmid ihren Umbau am Unteren Heuberg zeigen lassen. Anschliessend liesse ich mir keinesfalls das Mittagskonzert mit dem Sinfonieorchester Basel mit Busoni und Hubers erstem Klavierkonzert in der Leonhardskirche entgehen. Am Nachmittag würde ich dann die Nadel im Heuberg suchen mit André Salvisberg und mit Dirk Schmid das neu restaurierte Petersschulhaus besichtigen. Zum Schluss würde ich mich bei Bier und Wurst im Hof des Pharmazie-Historischen Museums entspannen.

Informationen zu allen Schweizer Veranstaltungen im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals finden Sie unter www.hereinspeziert.ch