Gemeindepräsidium

Kampf um den Thron von Böckten

Duell Bei der Wahl des Gemeindepräsidiums in Böckten erhält der Amtsinhaber Konkurrenz.

Simon Tschopp
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Elmar Gürtler und Andreas Gerber

Elmar Gürtler und Andreas Gerber

zVg

Vizepräsident Andreas Gerber, seit 2016 in der Exekutive, will den seit zwölf Jahren als Präsidenten wirkenden Elmar Gürtler vom Thron stossen. Der Urnengang findet voraussichtlich am 28. Juni statt.
«Mich reizt das Präsidium als Herausforderung. Ich möchte mich als Gemeinderat weiterentwickeln und noch vertiefter Einblick in die politischen Prozesse gewinnen», erklärt der 57-jährige Gerber seine Motivation. Ihm gefalle die Arbeit in der Behörde «sehr gut». Der Wirtschaftsinformatiker macht auch sein Alter geltend für seine Bewerbung. «Wenn ich das Präsidium übernehmen will, dann jetzt. Dies ist meine letzte Möglichkeit, in vier Jahren möchte ich nicht mehr.»

Er wolle Elmar Gürtler nicht aus dem Amt werfen, stellt Andreas Gerber klar. Dieser attestiert dem jetzigen Präsidenten, dass er einen «guten» Job macht. Aber Gerber glaubt, ein Wechsel würde der Gemeinde guttun und fügt an: «Frisches Blut ins Gemeindepräsidium.» Er möchte der Stimmbevölkerung eine echte Wahl geben und findet auch, dass ein solches Amt nicht zu lange von derselben Person besetzt werden sollte

Der 61-jährige Elmar Gürtler, Inhaber einer Informatikfirma, wirft seine langjährige Erfahrung als Gemeindepräsident in die Waagschale. «Kontinuität ist sehr wichtig, insbesondere bei der Zusammenarbeit in interkommunalen Gremien», unterstreicht er. Er verfüge über viel Wissen, wo bei amtsjüngeren Ratsmitgliedern oftmals Hintergrundkenntnisse für einen Entscheid fehlten. Andrerseits habe er hin und wieder auch Déjà-vu- Erlebnisse, wenn etwas zum wiederholten Mal diskutiert werde, konstatiert Gürtler.

Was würde sich mit Andreas Gerber als Primus inter Pares ändern in Böckten? «Ich habe einen anderen Führungsstil, gewisse Details würde ich nicht gleich anpacken», so Gerber. Auch vom Typ her sei er ein anderer als Elmar Gürtler, «ein wenig volksnaher». Und übt damit leise Kritik an der Kollegialbehörde. Die Nähe der Böckter Exekutive zur Dorfbevölkerung könnte seiner Meinung nach besser sein. In der Vergangenheit hätten sie ein paar Sachen besser machen können, ist Andreas Gerber überzeugt.
Seine Aussichten, Ende Juni gewählt zu werden, sieht er bei 50:50. «Klar rechne ich mir Chancen aus, sonst würde ich nicht kandidieren.» Es gehe ihm nicht darum, zu sehen, wie viele Stimmen er mache. Er wolle das Präsidium, betont Gerber.

Gürtler weiss schon länger von Andreas Gerbers Bewerbung. Dieser hat seine Absicht vor ein paar Wochen im Gemeinderat kommuniziert. Dem Gemeindepräsidenten ist bewusst, dass für ihn die Gefahr einer Abwahl besteht. Wie er in diesem Fall reagieren würde, möchte Elmar Gürtler nicht sagen. Er will den Urnengang abwarten, dem er «mehr oder weniger gelassen» entgegenblickt. Bei der Erneuerungswahl am 9. Februar totalisierte Gürtler 21 Stimmen mehr als Gerber, der zu einer allfälligen Nichtwahl festhält: «Wenn es nicht reicht, dann reicht es nicht. Das wäre kein Weltuntergang.»