Liestal
Kaserne Liestal blickt auf eineinhalb Jahrhunderte zurück

Am 14.und 15.September feiert die Kaserne Liestal ihren 150.Geburtstag.Die Armee lädt zu einem Benefizkonzert und einem Tag der offenen Tür ein. Der Erlös der dortigen Kollekte wird dem Verein Insieme Baselland zur Verfügung gestellt.

Willi Wenger
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Die Kaserne Liestal hat in den 150 Jahren ihres Bestehens schon einige Sanierungen erlebt.

Die Kaserne Liestal hat in den 150 Jahren ihres Bestehens schon einige Sanierungen erlebt.

zvg

In zwei Monaten erlebt Liestal eine ganz besondere Veranstaltung. Es wird einer schier unverzichtbaren Institution gedacht: der Kaserne. 150 Jahre gibt es sie dann bereits. Das will gefeiert werden: Am Freitag, den 14.September, findet deshalb ein Benefizkonzert des Symphonischen Blasorchesters des Schweizer Armeespiels statt. Der Erlös der dortigen Kollekte wird dem Verein Insieme Baselland zur Verfügung gestellt.

«Grosskampftag» ist allerdings am 15.September, dem eigentlichen «Geburtstag» der Kaserne. Ein Tag der offenen Tür gewährt Einblicke, die normalerweise verwehrt bleiben (siehe Kasten). Die Kaserne wurde 1862 eingeweiht. Sie genügte in den folgenden Jahrzehnten den Ansprüchen im Grossen und Ganzen gut. Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Mängel aber derart gross, dass die Eidgenossenschaft den Waffenplatz Liestal zum «Reserve-Waffenplatz» degradierte. Ab Mitte der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts bis 1932 erfolgten dann etappenweise Ausbau- und Renovationsarbeiten und die Errichtung des Gefechtsschiessplatzes Seltisberg-Bubendorf im «Riedbachtäli» im Jahre 1930. Von 1951 bis 1953 wurde die Infrastruktur erneut modernisiert. 1964 schliesslich wurde der neue Küchentrakt seiner Zweckbestimmung übergeben.

Adolf Ogi gab grünes Licht

Nach dem «Kalten Krieg», in den Jahren 1992 und 1993 sowie in den Jahren 1995 und 1996 wurde wieder investiert. Die heutige Kaserne konnte anfangs Dezember 2004 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten in Betrieb genommen werden. Grünes Licht zur damaligen Modernisierung gab 1998 Bundesrat Adolf Ogi, dannzumal Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Dieser hatte dem Kanton Baselland zugesichert, dass der Waffenplatz Liestal als einziger nördlich des Juras bestehen bleibe.

Als einziger Waffenplatz in der Agglomeration Basel hat dieser auch eine staatspolitische Bedeutung, trägt er doch wesentlich dazu bei, dass der Bund und im Speziellen die Armee weiterhin in der Region verankert bleiben. Und, so Veranstaltungsleiter Oberst Martin Büsser, «profitieren auch die Baselbieter Wirtschaft mit ihren Arbeitnehmenden von den Truppenbelegungen». Unmittelbar verbunden seien auch Arbeitsplätze der Eidgenossenschaft und des Kantons, etwa jene der Instruktoren, der Verwaltung und des Betriebs. Das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz ist Betreiberin dieser kantonseigenen Kaserne zugunsten der Benutzer. Jedes Jahr gibt es über 100000 Belegungstage.

Alles in allem: Mitte September kann die Bevölkerung erstmals seit der Sanierung im Jahre 2004 in dieser Breite alle Anlagen besichtigen. «Wir wollen dem Steuerzahler unter anderem aufzeigen, was mit seinem Geld hier gemacht wird», kommentiert Büsser eine der Absichten der Organisatoren.

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