Kantonsspital Baselland

KSBL-Präsidentin fordert: Spital soll für die Kosten der Coronakrise vom Kanton komplett entschädigt werden

22,5 Millionen Franken weniger Erträge als budgetiert erwirtschaftete Das Kantonsspital Baselland alleine in den Monaten März und April. Verwaltungsratspräsidentin Madeleine Stöckli setzt sich beim Kanton dafür ein, dass das Spital die Coronakrise zumindest finanziell schadlos übersteht.

Michael Nittnaus
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Madeleine Stöckli ist Verwaltungsratspräsidentin des Kantonsspitals Baselland.

Madeleine Stöckli ist Verwaltungsratspräsidentin des Kantonsspitals Baselland.

ZVG KSBL

Mindestens 100 Millionen Franken kostete die Coronakrise die regionalen Spitäler bereits. Dafür wollen sie entschädigt werden (die bz berichtete). Das gilt auch für das Kantonsspital Baselland (KSBL). War es im Januar und Februar mit einer Ebitda-Marge von 8,5 Prozent stark ins Jahr gestartet, brachte der erste halbe Coronamonat März einen Ertragsverlust von 7,5 Millionen Franken und der April dann das Doppelte. Damit liegt das KSBL schon 40 Prozent unter Budget. Verwaltungsratspräsidentin Madeleine Stöckli zeigt sich im Gespräch mit der bz zuversichtlich, dass der Kanton diese Löcher stopfen wird.

Wie wichtig ist eine Entschädigung durch den Kanton für das KSBL, um die Coronakrise als Unternehmen auch finanziell zu überstehen?

Madeleine Stöckli: Elementar ist, dass wir die Erträge, die wir verlieren, und auch die Kosten, die durch die Corona-Situation generiert wurden, erfassen. Und das auf den Franken genau. Das bedeutet, dass wir unsere Ausfälle Ende Jahr sehr genau beziffern können. Denn für mich steht fest: Wir können und wollen die durch die Coronakrise entstandene Belastung nicht selbst stemmen. Der Kanton opponiert auch nicht dagegen, uns die Ausfälle in irgendeiner Form zu kompensieren. Im Gegensatz zu einigen wenigen Kantonen wie Bern oder Graubünden ist bloss das Modell noch nicht bekannt. Da befinden wir uns in sehr konstruktiven Gesprächen.

Was für Ausfälle erwarten Sie?

Es ist ziemlich einfach: Wir haben einen Businessplan, der noch ohne Corona erstellt wurde. Auch aufgrund der guten ersten beiden Monate dieses Jahres gingen wir davon aus, unser Budget 2020 sicher zu erreichen. Jetzt müssen wir schauen, wie viel die Ausfälle und zusätzlichen Kosten wegen Corona ausmachen und wo wir am Ende des Jahres landen. Es geht um die Differenz zum Budget.

Eine Schätzung ist noch nicht möglich?

Überhaupt nicht, denn es ist ja mit März und April, wo die Zahlen vorliegen, nicht getan. Die Auswirkungen werden wir auch im Mai, Juni, Juli und darüber hinaus spüren. Daher können wir es erst Ende Jahr beziffern. Wichtig ist aber, dass wir uns mit dem Kanton auf ein Modell für die Kompensation einigen.

Wir können und wollen die durch die Coronakrise entstandene Belastung nicht selbst stemmen.

(Quelle: Madeleine Stöckli, Verwaltungsratspräsidentin KSBL)

Dann ist Ihr Ziel, dass aus finanzieller Sicht Corona für das KSBL überhaupt nicht stattgefunden hat?

Ja natürlich wünsche ich mir das, schliesslich bin ich für das Unternehmen KSBL zuständig. Ob das realistisch ist, kann ich heute noch nicht beurteilen. Am Schluss trifft der Eigner den Entscheid. Ich bin aber überzeugt, dass dieser fair ausfallen wird.

Was wären mögliche Modelle?

Der Kanton Bern hat entschieden, dass er das Vorjahresergebnis als Vergleichsgrösse heranzieht und die Differenz dazu ausgleicht. Ein anderer Weg wäre der Vergleich mit dem Budget 2020.

Andere Unternehmen hatten auch grosse Einbussen und erhalten keine komplette Entschädigung dafür...

Ich bin auch Verwaltungsrätin in Unternehmen der Privatwirtschaft und auch dort finden die Diskussionen um Entschädigungen statt. Grundsätzlich ist aber ein Unternehmen in der Privatindustrie, bei dem die Supply chain oder der Absatz nicht funktionieren, in einer anderen Situation als ein öffentliches Spital mit Dienstleistungs- und Pflegeauftrag.

Wann erhoffen Sie sich denn Klarheit durch den Kanton, wenn ja Bern und Graubünden bereits Lösungen haben?

So schnell wie möglich.